Eine Party für das stille Örtchen
04.01.2012 | 11:46 Uhr 2012-01-04T11:46:00+0100
Lünen. Welttag des Buches, Kinder- und Jugendtag, ja sogar den Tag des Butterbrots – das gibt es alles und man kennt es schon. Mittlerweile gibt es für fast alles einen Gedenk- oder Aktionstag, jugend.ich stellt einige dieser Tage vor
Welttag des Buches, Kinder- und Jugendtag, ja sogar den Tag des Butterbrots – das gibt es alles und man kennt es schon. Mittlerweile gibt es für fast alles einen Gedenk- oder Aktionstag, selbst für die skurrilsten Dinge. jugend.ich hat einen Blick auf den Kalender geworfen und stellt einige dieser Tage vor, damit es mehr zu feiern gibt als Weihnachten, Ostern und Geburtstag.
Bereits seit 1990 findet jährlich am 23.Mai der Weltschildkrötentag statt.Die Organisation
„American Tortoise Rescue“ (dt.: amerikanische Schildkröten-Rettung) sponsert den Tag, welcher auf die gefährliche Situation der Tiere hinweisen soll, seit 2000. Vor allem vor dem Aussterben der bedrohten Tierart soll mit dem Welttag gewarnt werden.
Gefeiert wird Ende Mai auf der ganzen Welt unterschiedlich, von verkleideten Menschen in Schildkrötenkostümen bis hin zu freiwilligen Helfern, die verirrte Schildkröten von der Straße einsammeln und sie somit vor dem Tod retten.
Weniger um Tiere und mehr um die Gesundheit der Menschen geht es beim Weltrohkosttag. Einberufen von dem Deutschen Stefan Hiene findet er seit 2010 am 28. August statt. Laut dem Erfinder passt der Tag sich der Rohkostbewegung an, zu der die steigende Zahl der Rohkostrestaurants und -messen in den letzten Jahren zählen. Gesundheitsbewusste und spirituelle Menschen bemühen sich am Weltrohkosttag darum, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Hilfe von Rohkost zu stärken.
In knapp 20 Ländern der Erde wurde der Tag in den letzten zwei Jahren mit der gemeinsamen Essenszubereitung und anschließendem Picknick gefeiert.
Etwas weniger ernst geht es wiederum beim „International Pillow Fight Day“ zu. Jeden ersten Samstag im April treffen sich Leute in Städten auf der ganzen Welt um gemeinsam in einer friedlichen Kissenschlacht Spaß zu haben. Voraussetzung um teilzunehmen ist ein selbst mitgebrachtes, weiches (!) Kissen (gut geeignet sind Daunenkissen, denn die machen besonders viel Spaß wenn sie aufplatzen).
Wichtig ist auch, dass keine gefährlichen Gegenstände, wie Schmuck oder Brillen, mit in die Kissenschlacht genommen werden.
Im Durchschnitt dauert eine Kissenschlacht 15-30 Minuten, danach wird natürlich alles wieder aufgeräumt. Im letzten Jahr fand der internationale Tag der Kissenschlacht unter anderem in New York, aber auch in Köln und Düsseldorf statt.
Irgendwann in der kalten Jahreszeit sinkt die Laune auf den Tiefpunkt und zwischen Weihnachten und Valentinstag ist kein Platz mehr für zwischenmenschliche Beziehungen und Emotionen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass da eine einfache Umarmung Wunder tun kann, egal ob von Freunden, Familie, dem Partner oder von Fremden. Deswegen wurde von einem amerikanischen Priester der Weltknuddeltag (in den USA: National Hug Day) ins Leben gerufen. Er findet am 21. Januar statt und möchte die Menschen dazu aufrufen, ihre Gefühle auch in der Öffentlichkeit offener zu zeigen. Mit dem Weltknuddeltag steht auch die Free Hugs Kampagne in Verbindung. Teilnehmer halten Schilder mit der Aufschrift „Free Hugs“ hoch und laden Fremde so zu einer Umarmung ein. Friede, Freude und Umarmungen statt Eierkuchen.
3, 141592… (endlose Zahlenfolge), eine wunderbare Zahl. Sie schmückt Taschenrechner und Mathebücher und hilft, den Flächeninhalt einer Pizza zu berechnen und den der darauf liegenden Salamischeiben gleich dazu. Oder den von mysteriösen Kornkreisen. Ein Feiertag zur Zahl Pi klingt zwar ganz schön irrational, findet aber alljährlich am 14. März statt, in Amerika schreibt sich das 3/14. Um 1 Uhr 59 und 26 Sekunden kann dann noch ein Kuchen angeschnitten werden, denn Pie (Kuchen) und „Pi“ werden auf Englisch gleich ausgesprochen. Und der Kuchen sollte natürlich eine runde Form haben.
Lautstarke Party für das stille Örtchen? Das ist der Welttoilettentag nicht. Was kurios scheint, hat einen ernsten Hintergrund. Der schon seit 10 Jahren stattfindende Aktionstag am 19. November stattfinden Welttoilettentag soll auf mangelhafte Sanitäreinrichtungen aufmerksam machen. Ein ganz normales Klo – dazu haben nach Schätzungen rund 30 bis 40 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang und müssen so ihr Geschäft unter extrem unhygienischen Bedingungen verrichten, was die Verbreitung von Seuchen und Krankheiten fördert. Der Welttoilettentag möchte auf dieses Problem aufmerksam machen und das teilweise als Tabu geltende Thema in die Öffentlichkeit und den Fokus der Politik rücken. An dieser Stelle ein wenig Fäkalhumor: Scheiße ist die Sache ganz und gar nicht.
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