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Abenteuer auf zehn Kilometern

16.11.2010 | 15:13 Uhr
Abenteuer auf zehn Kilometern

Lünen.Zum 26. Mal fand am vergangenen Samstag in Oberaden der ,,Barbaralauf“, ein Lauf über zehn Kilometer, statt. Mehr als 70 Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Altlünen haben sich an diese Herausforderung gewagt – ich war auch darunter.

Auf den Lauf haben wir uns während des Sportunterrichts, aber auch in unserer Freizeit vorbereitet.

Es war eine sehr spezielle Erfahrung für mich, diese Strecke zu laufen. Vor Beginn des Laufs stieg die Aufregung, bis es dann schließlich trotz Regens frohen Mutes vom Römerbergstadion aus los ging. Zuerst habe ich noch überlegt, ob es sinnvoller wäre, Pfützen auszuweichen anstatt mitten hindurch zu laufen. Diese Frage erübrigte sich aber schon auf den ersten zwei Kilometern, als sich plötzlich ein kleiner See auf meinem Weg erstreckte.

Pfütze voraus –
Augen zu und durch!

Da ein Umlaufen nicht möglich war, hieß es: Augen zu und durch. Als sich das Wasser wieder halb aus meinen Schuhen verflüchtigt hatte, tauchte natürlich die nächste knöcheltiefe Pfütze auf...

Nach dem dritten Kilometer wurde ich – mal wieder – von jemandem überholt. Aber dieses Mal war es nicht irgendein Läufer, nein, es war ein Walker, der erst fünf Minuten nach mir gestartet war. Ich war beeindruckt, verblüfft – und deprimiert!

Kilometer um Kilometer lief ich aber weiter, immer weiter, tauchte in den Rhythmus meiner Schritte und meines Atems ein, nahm die Welt um mich herum gar nicht mehr richtig wahr. Ich vertrieb mit also die Zeit damit, mir schöne Formulierungen für diesen Artikel auszudenken und lief einfach meines Weges.

Bis zum achten Kilometer funktionierte das auch ganz gut, dann zwang mich aber wieder stärker einsetzender Regen, meine Brille abzusetzen. Wenn man so kurzsichtig ist, wie ich es bin, ist man leider auf seine Brille angewiesen. So geriet ich teilweise in Panik, weil ich den Weg nicht mehr richtig erkennen konnte, zudem schwand meine Kraft – vor allem psychisch.

Der Horror begann auf
dem letzten Stück

Trotzdem ließ ich mich nicht unterkriegen und lief weiter, denn meine Beine hatten noch gar nicht vor, stehen zu bleiben.

Der Horror begann nämlich erst auf dem letzten Kilometer. Mein Kopf dachte ernsthaft daran, aufzuhören, mein Körper gehorchte aber (zum Glück) nicht.

Ich hatte paradoxerweise den Eindruck, als würde es mich enorm viel Kraft kosten, einfach stehen zu bleiben und aufzuhören, aufzugeben. Ich hielt durch, auch wegen der motivierenden Worte einer Mitläuferin und lief schließlich, nach ca. 70 Minuten, mit letzter Kraft über die Ziellinie. Ich hatte es geschafft, ich war im Ziel.

Dieses Wohlgefühl des Stolzes auf sich selbst kam zwar erst viel später, es hält aber immer noch an. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich so einen Wettkampf nicht wieder machen würde. Ich habe die zehn Kilometer zwar geschafft, sie mich aber noch viel mehr...

Laura Stricker

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