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Veranstaltung verboten

Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen

12.07.2012 | 17:20 Uhr
Am Horstmarer See hätte die Party steigen sollen. Die Stadt Lünen hat sie nun verboten.

Lünen/Dortmund.   Ein junger Dortmunder, der mehr als 2500 Zusagen für eine Facebook-Feier am Horstmarer See hatte, muss für die Kosten der Stadt Lünen aufkommen. Es gilt für die Veranstaltung inzwischen ein stadtweites Verbot. Auch wenn die Einladung mittlerweile gelöscht wurde, hält der Ärger darüber an.

So hatte sich das der Einlader zu einer Facebook-Party vermutlich nicht vorgestellt. Er hatte Tausende für den kommenden Samstag in den Seepark Horstmar eingeladen – unter dem Motto „Wir rocken die Scheiße“. Stadt und Polizei haben ihn ausfindig gemacht , die Veranstaltung verboten und brummen ihm die Kosten auf , die nun auflaufen.

Erfahren hatte die Stadt von der Einladung am Dienstag auf ungewöhnliche Weise: Eine Mutter, so erklärte Ordnungsamtsleiter Eberhard Rieß am Donnerstag, hatte sich gemeldet und gefragt, ob ihre beiden Töchter dort gefahrlos hingehen könnten. Zeitgleich hatte die Polizei Hinweise von verschiedenen Bürgern bekommen. Den einladenden Benutzer hatte die Polizei relativ schnell ermittelt, er hatte sich mit einem zweiten Benutzerkonto in die Diskussion um die Party eingeschaltet, über das er identifizierbar war. Es handelt sich um einen jungen Mann aus Dortmund-Eving. Erst kürzlich war in Dortmund eine Facebook-Party abgesagt worden .

Er hat jetzt mit teuren Konsequenzen zu rechnen . Zum einen wird die Stadt zusätzliche Sicherheitskräfte abstellen, um das stadtweit gültige Verbot für die Party durchzusetzen – diese Kosten muss er tragen . Darüber hinaus drohen ihm ein Zwangsgeld von bis zu 2000 Euro und ein Bußgeld. So könnten schnell 5000 Euro zusammenkommen. Oder auch mehr, sollten noch Reinigungskräfte notwendig sein. „Abgerechnet wird am Montag“, so Beigeordneter Matthias Buckesfeld. Immerhin ist die Einladung zu der Party bereits am Mittwoch bei Facebook nicht mehr aufzufinden gewesen.

Pöbeleien, Beschädigungen und Körperverletzung befürchtet

Ob tatsächlich etliche tausend Jugendliche in den Seepark gekommen wären, darf zwar angezweifelt werden, doch die Stadt Lünen wollte auf Nummer Sicher gehen. Solche Veranstaltungen hätten den unangenehmen Charme, dass es dort in der Vergangenheit zu Pöbeleien, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gekommen sei, so Eberhard Rieß. Das Problem sei, dass man sie nicht kontrollieren könne.

„Wir können leider nicht in die Zukunft sehen“, ergänzte Frank Schulz, Leiter der Polizeiinspektion 3. „Deshalb müssen wir erst einmal vom Schlimmsten ausgehen, und das heißt, wir müssen von der Gefährdung von Personen ausgehen.“ Dass mit so manchem zu rechnen gewesen wäre, da zeigte sich Beigeordneter Matthias Buckesfeld relativ sicher: „Das Motto war ,Wir rocken die Scheiße’, in den Kommentaren waren Sätze zu lesen wie ,Wir zeigen’s den Bullen’ oder ,Wir zeigen’s der Stadt’.“

Vor gut einem Jahr hatte die Stadt Lünen dem Veranstalter einer abgesagten Facebook-Party am Cappenberger See noch die Kosten erlassen – ausnahmsweise. Als Fehler will Eberhard Rieß dies nicht bezeichnen. Aber: „Wir haben mit der Vernunft der Leute gerechnet. Das war offensichtlich der Fehler.“

Facebook-Party in Waltrop

Oliver Schlappat


Kommentare
13.07.2012
13:55
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von MagicMen | #18

Wer einlädt sollte auch für die Koste aufkommen. Völlig richtig von der Stadt.

13.07.2012
12:36
Keine Fotomontage
von oliver_schlappat | #17

@Klettermaxe
Guten Tag!
Ich freue mich ja, dass man mir solche Photoshop-Fähigkeiten zutraut, aber tatsächlich ist dies ein ganz normales Foto von Facebook-Logos, die am Horstmarer See im Sand stecken. Es waren übrigens ursprünglich sieben - die anderen hat der Wind weggepustet. Wenn jemand sie findet: Sie sind von mir!

Wenn Sie das nicht überzeugt, lade ich Sie gerne am Montag in die Redaktion ein und zeige Ihnen die Aufnahmen - und die Logos, die der Wind nicht erwischt hat.

Mit freundlichen Grüßen,
Oliver Schlappat
WR/WAZ-Redaktion Lünen

1 Antwort
Keine Fotomontage
von Klettermaxe | #17-1

O, entschuldigung!
Das Logo in der Zeitung war so klar und rein und ohne Spiegelungen und eigenartigen Kanten, dass ich das nicht mehr mit Realität verbinden konnte.
Aber die Einladung nehme ich gerne mal an - nicht wegen der Beweisführung aber um die Arbeit eines Bildredakteurs in der Realität kennen zu lernen.
Ich rufe Montag durch und komm in die Bäckerstraße - 96 16 82

13.07.2012
12:15
Das Bild ist eine Fotomontage
von Klettermaxe | #16

Ein ähnliches Bild ist mir schon heute früh in der WAZ negativ aufgefallen.
Das Foto ist eine Fotomontage und sollte als solche gekennzeihnet sein, umal es recht leicht zu identifizieren ist.
Fotomontagen müssen ja nicht verboten werden, aber eine Kennzeichnung der Manipulation sollte denn doch von einer seriösen Redaktion zu erwarten sein.
L. Grüße aus Lünen

2 Antworten
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von mcflemp | #16-1

Woran wollen sie das erkannt haben?

Häh?
von vaikl2 | #16-2

Oh, da hat Jemand den Sand manipuliert. Böse, böse....

13.07.2012
11:55
@ibbessen | #12
von vaikl2 | #15

Ich weiß nicht, in welchem Universum Sie leben, aber hier bei uns müssen auch Veranstalter von Schützenfesten selbst für Genehmigungen und Sicherheit aufkommen. Und wenn sich "Akademikerkinder" - auch wenn Ihre Rechtschreibung gründlich holpert - wie Asis benehmen wollen, gibt es dabei keine Ausnahme.

Herr, schmeiß Hirn...

2 Antworten
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von ibbessen | #15-1

es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um den "Hype" der darum gemacht wird, klar müss jemand Verantwortung tragen, aber es sind keine Kriminellen, die stärker beobachtet werden als "Taliban-Kämpfer" - und nein, Schützenfeste werden unter dem "Deckmantel" der touristischen attraktion sicher nicht ohne Genehmigung und Sicherheitskonzept veranstaltet, aber es wird von den jeweiligen Gemeinden finanziell und materiell unterstützt, wie auch Fußball, eigentlich alles Veranstaltungen ohne Hirn

@ibbessen | #15-1
von vaikl2 | #15-2

Nennen Sie mir doch mal eins Ihrer hirnlosen Schützenfeste, das sich mit dem Slogan "Wir zeigens den Bullen!" schmückt. Ich weiß grad nicht genau, ob Fratzenbuch-Partys mit solchen Asi-Sprüchen irgendwas Geistvolles oder Intelligentes beinhalten, aber ich schätze, wohl eher nicht.

13.07.2012
11:28
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von ruhrilein | #14

Die Befürworter solcher Chaos Veranstaltungen sollten doch einfach selber mal eine Facebook-Party in ihrem Vorgarten veranstalten,mal sehen wie groß das Geheul dann sein wird.
von Dr.Seltsam | #13
Der Held wird aber ziemlich kleinlaut werden,wen er die Quittung bekommt.

13.07.2012
07:43
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von Dr.Seltsam | #13

Es ist ja völlig klar, dass derartige Veranstaltungen nicht geduldet werden können.
Aber dieser Medienhype verursacht Nachahmer!!
Alleine die Tatsache, dass jemand eine solche Einladung einstellt, wird schon breit berichtet.
Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben:
Ich bin seit zwei Jahren bei Facebook, noch nie habe ich eine solche Einladung bekommen.
Ich habe nur durch die Presse davon erfahren.
Und dieser Bengel da, ist mit Foto durch die Gazetten gegangen, wahrscheinlich auch in diversen Boulevard-TV Sendungen aufgetreten.
Wenn man diese Leute berühmt macht, schreckt das nicht unbedingt ab.
In seiner Clique ist er doch sicher der Held..

13.07.2012
07:08
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von ibbessen | #12

....wo diese Pratys hinführen,...,
dass habe ich am Samstah in einem sauerländischen Dorf erlebt, wo sich beim Schützenfest tausende meist Greise sich sinnlos besoffen haben, um dann los zu prügeln.
Dies ist aber Brauchtum um zahlt deshalb die Öffentlichkeit!
O.K., die Veranstaltung war angemeldet, aber wo ist der Unterschied? Ausserdem warum wird unterstellt, dass auch FB-Partys immer so ausarten. Früher haben wir uns mit Handys oder auf dem Schulhof zu einem "Treffen" verabredet, da waren dann nicht hunderte Menschen, aber 100 sind auch schnell zusammengekommen, bewaffnet mit gekauftem Bier und Asbach aus der elterlichen Hausbar. Nein, wir waren keine Asis, alles Akademikerkinder - ich glaube die haben früher sogar mehr "******* gebaut" als andere.
Aber: Schäden müssen bezahlt werden, keine Frage, der Polizeieinsatz (Bezahlung) ist aber fraglich, zumal die Veranstaltung ja nicht mehr erlaubt ist.

13.07.2012
05:22
Heute werden...
von mspoetnik | #11

...diese Veranstaltungen verboten.Morgen jene.
Und Ihr findet das toll.Mit welchen Menschen muss ich
eigentlich die gleiche Luft Atmen?

1 Antwort
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von Biker72 | #11-1

Da muss nur was geregelt, aber nichts verboten werden. Als Beispiel : sollte derjenige verantwortlich für diese Party sein, der dazu aufruft. Das ist bei Veranstaltungen generell so, dass es Verantwortliche gibt. Nur wenn ungeahnte Mengen an Mesnchen zusammenlaufen und ja leider nicht selten Schlägereien veranstaltet werden, dann läuft da irgendwas daneben. Mach mal selber einen Vorschlag...

13.07.2012
00:31
Initiator von Facebook-Party muss bis zu 5000 Euro zahlen
von Biker72 | #10

Erstens haben diese Paries gezeigt, wohin sie oft führen. Desweiteren kann hier ganz schnell eine derartige Massenveranstaltung zusammenlaufen, für dessen Grösse in der Regel entweder ein Genehmigung da sein muss bzw. auch ein Aufgebot an Sicherheitskräften, auch wenn das jetzt kleinlich klingt. Vergleichen wird das mal mit einer Ansammlung von 20.000 Leuten in einem Stadion. Dazu meinen die Initiatoren anscheinend, auf einer coolen Basis zu sein ohne sich bewusst zu sein, welchen Umfang das haben kann und sie dafür u.U. dafür herangezogen werden könnten. Letzteres kann ich nur vermuten. Da muss eine Regelung her, sonst wird das noch ausufern wenn man sieht, was sich auf FB so rumtummelt.

12.07.2012
23:41
@fantomias | #6
von vaikl2 | #9

"früher hatten wir kein facebook und haben zu dutzenden an der lenne gegrillt, hat auch kein hahn nach gekräht."

Früher wäre auch Keiner so bescheuert gewesen, vorab die halbe Welt über eine Lenne-Grillparty zu informieren. Erstens wäre dann das Bier nach 10 Sekunden alle gewesen und zweitens hätte einen die Polizei schon bei der Anfahrt aufgehalten. Solche Einlader-Vollhonks wären damals dauergemobbt worden, aber heute scheint Bekloppheit cool zu sein.

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