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Pater Joseph

„Ich fühle mich in Lünen zu Hause“

16.07.2012 | 10:00 Uhr
„Ich fühle mich in Lünen zu Hause“

Lünen. Worte gehören zu seinem Leben, sind sein Werkzeug im beruflichen Alltag. Mit ihnen spendet er Trost, teilt Freude und vermittelt Hoffnung. Doch in diesem Augenblick fehlen Pater Joseph die Worte, die das ausdrücken, was er empfindet. „Dankbarkeit für fünf wunderbare Jahre“, in denen er sich nie fremd gefühlt habe. „Für all die Freundlichkeit und Freundschaft.“ Es sei für ihn aber nun an der Zeit, einen neuen Weg zu beschreiten. „Die Kirche braucht gebildete Leute und studieren wollte ich immer“, sagt er. Also wird er die St-.Marien-Gemeinde verlassen, um in Rom in den nächsten fünf Jahren Pastoralpsychologie zu studieren.

Was so abstrakt klingt, ist etwas ganz Persönliches. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, Beratungen bei Familienschwierigkeiten, eine Ausbildung, um Probleme zu lösen. Etwas, was Pater Joseph sehr wichtig ist. Theologie und Philosophie hat er bereits studiert, arbeitet seit acht Jahren als Priester. Nun will er promovieren, was danach kommt, das weiß er noch nicht.

Seit 19 Jahren im Orden

„Ich hoffe, dass ich dann wieder nach Deutschland zurückkehren kann“, sagt er. Die Entscheidung über seine weitere Karriere treffen der Bischof und seine Ordensgemeinschaft CST aus Indien. Als er 18 Jahre alt war, trat der dem Orden im Süden Indiens bei. Heute ist es 37 Jahre alt und fängt Ende August wieder in einem neuen Land von vorne an. „Es ist eine Herausforderung, aber ich bin mir sicher, dass ich das hinkriege.“

Auch in Deutschland musste er erst die Sprache lernen. „Das war nicht immer einfach. Ich konnte nicht mit den Menschen reden“, erinnert er sich. „Die deutsche Sprache ist etwas sehr Kostbares, was ich sehr schätze. Und ich will dafür sorgen, dass ich sie nicht verliere.“

Sein Wunsch ist es, immer in den Studienpausen nach Deutschland zurückzukehren, um hier zu arbeiten, weil er das Studium selbst finanzieren muss. „Natürlich möchte ich dann in Lünen sein. Aber ich gehe dorthin, wo mich das Bistum braucht.“ Dort wird er dann jeweils für drei Monate seinen pastoralen Dienst tun. Die Messe halten, Trauungen, Beerdigungen, Taufen. Das, was er auch in Lünen gemacht hat. Erst in der St.-Marien-Gemeinde und nach der Fusion auch in den anderen drei Pfarreien. Er begleitete unter anderem auch die Messdiener, leitete einen Glaubensgesprächskreis, den Fatima-Kreis und unterstützte Andreas Dahlmann bei der Vorbereitung der Erstkommunionkinder.

„Vor allem die Menschen, mit denen ich zusammen gearbeitet habe, werden mir fehlen.“ Pater Joseph hofft, den Kontakt zu Lünen, auch wenn er in Rom ist, nicht zu verlieren. „Hier fühle ich mich zu Hause. Der Abschied fällt mir sehr schwer.“

Carmen Thomaschewski



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