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Sir Hannes gab sich die...

„Honigdieb” rockt das Lükaz

14.02.2010 | 16:10 Uhr

Lünen. „Spaß und Freude ist meine Medizin. Nehmt Euch was von dem Honig und verwandelt Eure Umwelt in einen Garten der Lust und Liebe", heißt es auf der Internetpräsenz der Band „Honigdieb".

Wer die Gruppe bereits kennt, weiß um deren Besonderheiten: die Musik ein Genremix aus Rock, Pop, Ska, Folk, Punk und anderen Einflüssen, die besonders live ihren Zweck erfüllt. Zum anderen aber noch der Frontmann Sir Hannes, dessen Bühnenpräsenz in ihrer Exzessivität und Dynamik ihres Gleichen sucht.

Am Samstag fand der bereits im Vorfeld groß angekündigte Auftritt im Lükaz statt, begleitet von den Vorbands „Soldator”, „Yiek” und „Turnstiles”, die für Stimmung bei den knapp 160 Konzertbesuchern sorgten.

Um 22.30 Uhr war es schließlich soweit – die Mitglieder von „Honigdieb” betraten die Bühne des Lükaz. Bereits die Bandformation bot ein ungewöhnlichen Anblick für Leute, die bisher noch nichts von „Honigdieb” gehört, bzw. gesehen hatten: Der mit leuchtendem Totenkopf-Shirt und dem obligatorischem Zylinder bekleidete Sir Hannes, dazu die Standardformation Gitarre-Bass- Schlagzeug, daneben jedoch auch ein Geigen-Spieler und eine Flötistin. Schnell wurde offensichtlich, dass hier Profis am Werke sind, sei es im musikalischen Sinne, als auch in Sachen Entertainment und Bühnenpräsenz. Gekonnt stellte stand die Darbietung des Frontmannes Sir Hannes imVordergrund. Der Gesang pendelte sich irgendwo zwischen düsterem Grollen, kratziger Whiskey-Attitüde und klarer Sopranstimme ein. Die Show erreichte ihren Höhepunkt, als der bereits oberkörperfreie Sir Hannes von der Bühne sprang und das Publikum aufmischte.

Als wäre er einer von ihnen, nahm die tobende Menge ihren Honigdieb auf und Sir Hannes rannte quer durch den Saal, um die Textsicherheit seiner Fans auf die Probe zu stellen, indem er ihnen mitten im Song das Mikro vors Gesicht hielt. Auch von der Bühne aus hielt er den Kontakt zu den Leuten aufrecht, plauderte mit ihnen und provozierte, ohne dabei uncharmant oder gar herablassend zu wirken, was die Stimmung noch weiter anheizte. In seiner diabolischen Präsenz auf und abseits der Bühne glich der Sänger einem Iggy Pop, der es auf ähnliche Weise versteht, durch sein agressiv-dynamisches Auftreten das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Unter den Besuchern gab es keine Altersgrenze, alles war vertreten, von 13- bis 50-jährig, und alle feierten mit gleichem Enthusiasmus die Honigdiebe und machten die eher geringe Besucherzahl durch Stimmung wieder wett – ein Erfolg für die Band und auch das Lükaz.

Robin Knappmann

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