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Hartes Leben und traute Kameradschaft

11.11.2007 | 18:30 Uhr

Brambauer. (IK/PiLi) 15 Jahre ist es nun her, dass die Zeche Minister Achenbach ihre Pforten schloss. Trotzdem - für die Kumpel von damals lebt die Bergmannsarbeit in der Erinnerung fort. Am Samstag trafen sie sich im 13. ...

... Jahr in Folge im Bürgerhaus.

"Sicherlich, man unterhält sich noch viel über das Leben auf Achenbach", sagte Günter Schürer, der gemeinsam mit Horst Fehrenz, Raimund Böhm und Peter Freiß das Zusammenkommen organisiert hatte. Auch seien von den 85 Anwesenden gut ein Viertel noch beschäftigt. Diese seien dann im Bergwerk Ost in Hamm, im Werk West Kamp-Lintfort oder in Bottrop bei Prosper-Haniel untergekommen. "Wir anderen konnten ja schon mit 50 in Vorruhestand gehen", bemerkte er.

Wenn man sich jedoch mit den heutigen Bergleuten unterhalte, würde ihm klar, "dass die Modernisierung zwar weitergegangen ist, die Gefahren sind aber die gleichen geblieben", meinte er.

Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen könnten auch heute noch Wasser- und Stolleneinbrüche, Restkohleentzündungen oder Staubexplosionen katastrophale Auswirkungen haben.

Besonders hart, erinnerte er sich, sei auf der Zeche immer gewesen, wenn die Maschinen nicht liefen. "Da konnte man nicht einfach nach Hause gehen, erst mussten die Ersatzteile ausgetauscht werden", sagte er. Und dass teilweise unter extremer Hitze.

Aber es gab auch die schönen Seiten: "Die Kameradschaft, die Geselligkeit nach der Schicht, wenn sich man noch zum Knobeln oder zum Skat traf, oder das jährliche Schachtfest", zählte er auf. Auch zuhause im Wohnviertel "kannte jeder jeden".

Am 30. Juni 1992 fuhren die Kumpel zur letzten Schicht. "Die Stimmung war schon sehr gedrückt und überhaupt war alles sehr traurig - eine unangenehme Sache", so der 66-Jährige.

Doch es ist auch lange her und am Samstag stand eindeutig der gesellige Part im Vordergrund. Traditionell gab's ein warmes Büffet mit Sauerkraut und Kassler oder Grünkohl mit Mettwürstchen. "Da schmeckt auch das Bier am besten zu", meinte er lächelnd. Und auch das Steigerlied klang am späteren Abend geschlossen aus den Kehlen.

Insgesamt sieben Schächte gehörten ursprünglich zu Achenbach, den ersten begann man 1897 abzuteufen. Bereits zwei Jahre später stieß man in einer Teufe von 370 Metern auf karbonisches Steinkohlegebirge, was damals bejubelt und ein tagelanges Feiern nach sich zog. Weitere Schächte folgten, die meisten wurden Mitte des letzten Jahrhunderts stillgelegt. Noch 1960 waren 6 000 Bergleute beschäftigt. 1982 erzielten 4 772 Beschäftigte die höchste Förderung von 2 745 029 Tonnen. Doch auch die Schattenseiten des Bergbaus gingen an Achenbach nicht spurlos vorüber: Durch Schlagwetterexplosionen, Grubenbrände, Abstürze eines Förderkorbes und ein Bruch im Bereich eines Streb-Streckenübergangs verloren im Zeitraum zwischen 1902 und 1982 insgesamt 140 Kumpel ihr Leben.

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