Grundsatzbeschluss zum Ausbau fehlt noch
13.11.2011 | 17:06 Uhr 2011-11-13T17:06:00+0100
Niederaden.Wenn sich auf dem Niederadener Friedhof eine größere Gruppe von Trauernden von einem Angehörigen verabschiedet, dann muss sie das im Freien tun. Denn die Trauerhalle verdient ihren Namen nicht. Sie ist eher eine Trauerkammer, in der nicht mehr als zehn Personen Platz finden.
Der Förderverein Trauerhalle Lünen-Niederaden e.V. engagiert sich schon seit Juni 2005 für die Erweiterung des bestehenden Raumes, der in den 1920er Jahren errichtet wurde. Die 1. Vorsitzende des Vereins, Brunhilde Weinhold, berichtet, dass der Verein bereits „knapp 30 000 Euro an Spenden“ zur Finanzierung gesammelt hat. Noch einmal die gleiche Summe werde in etwa benötigt, um das Bauvorhaben in die Tat umzusetzen. Beim Förderverein ist man optimistisch, das Geld aufbringen zu können.
Was dem Verein jedoch fehlt, ist ein Grundsatzbeschluss. Die Zustimmung, dass auch tatsächlich gebaut werden darf. Um diesen Beschluss zu erhalten, lud der Verein deshalb am Samstagmorgen Vertreter aller Fraktionen zur Ortsbegehung auf den Friedhof ein. Dort konnten sich die Politiker ein Bild davon machen, wie es ist, wenn man in der Kälte vor der Trauerhalle steht und nebenan ständig Autos vorbeifahren. Eine würdevolle Verabschiedung von einem Angehörigen ist so schwerlich möglich, da waren sich alle einig.
Die Niederadener Architektin Bettina Rauscher hat den Anbau an die bestehende Trauerhalle entworfen und stellte ihre Pläne den Gästen vor: Der Eingang zur Halle bleibt in seiner jetzigen Form bestehen. Eine Wand soll entfernt werden, sodass in Richtung der Niederadener Straße ein Anbau erfolgen kann, der etwa 45 Sitzplätze bietet. Die Architektin hat bereits mehrere Angebote von Firmen eingeholt, die den Rohbau übernehmen könnten. Den Innenausbau will der Förderverein danach in Eigenleistung erledigen.
Bei einer auf die Ortsbegehung folgenden Diskussionsrunde waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig, dass man mit einem Friedhof keine Politik mache. Rüdiger Billeb, Sprecher des SPD-Arbeitskreises Sicherheit und Ordnung, kündigte an, dass er sich bereits mit dem Ratsherrn Herbert Jahn darauf verständigt habe, am nächsten Mittwoch einen Antrag im Rat einzubringen. Es sei davon auszugehen, dass der Förderverein Trauerhalle die Bestätigung erhalte, die er benötigt, um den Bau voranzutreiben. Dann könnte die Trauerhalle schon in naher Zukunft ihren Namen endlich verdienen.
0mitdiskutieren