"Gott ist unser Auftraggeber"
15.11.2009 | 18:04 Uhr 2009-11-15T18:04:00+0100Horstmar. „Oh happy day”, sang der Kirchenchor Horstmar. Und es war ein großer und glücklicher Tag für die Kirchengemeinden Horstmar und Preußen und vor allem für Pfarrerin Andrea Ohm, die am Sonntagmorgen mit einem Festgottesdienst in ihr neues Amt als Pfarrstelleninhaberin eingeführt wurde.
Damit entfällt das „i.E.” (im Entsendungsdienst) hinter ihrer Amtsbezeichnung, das sie bisher jederzeit abrufbar machte und wie ein Damoklesschwert über ihrer Arbeit schwebte.
Wegen der zurückgegangenen Mitgliederzahl sind die genannten Gemeinden gezwungen, sich eine Pfarrstelle zu teilen. Mit Andrea Ohm haben sie die passende Integrationsperson für die anstehende Vereinigung der beiden Gemeinden gefunden. Horst Loddoch, ehemaliger Berufsschullehrer und aktives Mitglied in der Preußengemeinde meint: „Frau Ohm ist in beiden Gemeinden überaus beliebt. Heute ist die Kirche prall gefüllt, und das nicht nur aus Horstmar. In den Reihen hinter mir sitzt die halbe Gemeinde aus Preußen.” Doch auch aus den umliegenden anderen Gemeinden waren Gläubige anwesend.
Superintendent Jürgen Lemke überbrachte Grüße an die neue Pfarrerin und wünschte ihr, „dass sie stets offene Augen für die Kleinen und Schwachen hat, für die Randgruppen, die es überall auf der Welt und auch in jeder Kirchengemeinde gibt.” Nach den Segenswünschen der befreundeten Pfarrer, der Presbyter, der Beschäftigten und engagierten Gemeindemitglieder folgte Andrea Ohms Predigt. Sie stellte sie unter das Motto: „Mauern überwinden, Mauern einreißen”, was gerade in Bezug auf die anstehende Vereinigung der beiden Kirchengemeinden und vielleicht noch vorhandener Vorurteile wichtig sei. Zum Schluss machte sie ganz deutlich, dass auch eine moderne und engagierte Pfarrerin ihre Basis im christlichen Glauben hat: „Gott ist unser Auftraggeber. Gott führt uns ungewöhnliche Wege, er ist in unserer Mitte. Er hat den Menschen zum Teamarbeiter, nicht zum Einzelkämpfer gemacht.”
Die jetzt offiziell eingesetzte Pfarrerin musste bereits vor der Kirchentür im beginnenden Regen unzählige Hände schütteln, konnte Gratulationen und auch viele liebevoll eingepackte Geschenke entgegennehmen.
0mitdiskutieren