„Gesundheitshaus ist ohne Alternative“
15.11.2010 | 17:43 Uhr 2010-11-15T17:43:00+0100
Lünen.„Es gibt keine Alternative“. Das Fazit war eindeutig. Der Dezernent für Jugend, Gesundheit und Straßenverkehr des Kreises Unna Norbert Hahn bezog gestern im Gespräch mit Mitgliedern der CDU-Fraktion Lünen Stellung pro Gesundheitshaus in der bestehenden Form. Keinen Cent könne es entbehren, Sparpotenzial gleich Null, sagte er, wolle man nicht die aufgebaute Arbeit aushebeln.
Der Informationsbesuch der Christdemokraten sei Reaktion auf die Sparliste des Kreises Unna, in der alle freiwilligen Ausgaben des Kreises zur Disposition gestellt sind, so Annette Droege-Middel. Mit 17900 Euro jährlich bezuschusst der Kreis die Selbsthilfegruppen, die im Gesundheitshaus, ebenso wie die anonyme Drogenberatung des Kreises Unna, einen Ort haben, Information, Unterstützung und Koordinatoren finden. Drei MitarbeiterInnen sind in der Fachberatung tätig, dazu eine Mitarbeiterin am Empfang.
Allein 60 Selbsthilfegruppen sind in Lünen aktiv, informierte Hahn, zehn Gruppen pro Woche nutzten die Räume am Roggenmarkt. Die zentrale Lage in einem Gebäude unabhängig von Institution und Verwaltung ermögliche ein niederschwelliges Angebot für „sensible Bevölkerungsgruppen“. „Wenn es die Selbsthilfegruppen nicht gäbe, müsste der öffentliche Gesundheitsdienst deren Aufgaben übernehmen“, so Hahn. Josef Merfels, Kreis-Fachbereichsleiter für Gesundheit und Verbraucherschutz setzte nach: „Durch die Existenz des Gesundheitshauses wird Fachpersonal eingespart.“
Bereits 2006 habe man die Diskussion geführt, sich räumlich kleiner gesetzt, der Vermieter habe einer immensen Mietreduzierung zugestimmt. Im Kreishaus Lünen an der Viktoriastraße, wo rund 40 MitarbeiterInnen in Gesundheitsamt und Straßenverkehrsamt tätig sind, seien keine ausreichenden Räumlichkeiten für die Beratungsarbeit vorhanden.
In Lünen habe man ja notgedrungen streichen müssen, auch wo’s wehtat, auch unter dem Druck der Kreisaufsicht, merkte Droege-Middel an, aber bei Norbert Hahn war nichts zu holen. Er sehe keine Einsparmöglichkeiten im Bereich Gesundheitshaus und er sei hoffnungsfroh, dass die Beschlüsse der Politiker entsprechend ausfielen. Zudem habe er die demografische Entwicklung im Blick: „Die Menschen werden älter, die Nachfrage bei den Selbsthilfegruppen steigt.“
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