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Freibad-Schließung – Frühschwimmer verärgert

16.07.2012 | 08:00 Uhr
Freibad-Schließung – Frühschwimmer verärgert

Lünen. „Die Nachricht von der Wiedereröffnung des Altlüner Hallenbades hat unsere Befürchtungen bestätigt, dass diese Maßnahme mit der Schließung des Freibades Cappenberger See einhergeht“, schreibt Ilona Seepe in einem Leserbrief, den sie im Namen einiger Frühschwimmer verfasst hat. Die Lüner wollen die Bädergesellschaft heute mit ihrer Kritik konfrontieren.

Die Bädergesellschaft hatte die Badezeiten im Freibad Cappenberger See zunächst reduziert, am Samstag meldeten die Verantwortlichen dann die vorläufige Schließung des Freibads ab Sonntag – wetterbedingt. Die geringe Besucherzahl – abgesehen von den Frühschwimmern – lasse die Öffnung nicht länger zu.

„Bislang waren in der Ferienzeit alle Schwimmhallen zwecks Reinigungsarbeiten geschlossen. Aber nachvollziehen kann die Vorgehensweise der Bädergesellschaft niemand“, meint Ilona Seepe. „Warum wird ausgerechnet das – vor dem Bau des Lippebades als so marode dargestellte – Altlüner Bad wieder zum Leben erweckt? Noch dazu mit erheblichem Kostenaufwand. Ob das Kosten-Nutzungsverhältnis hier stimmt?“

Zumal die Öffnungszeiten auch sehr begrenzt seien, so die Frühschwimmerin. „Sinnvollerweise hätte man dieses Geld eher in eine vernünftige Heizanlage für das Freibad investiert. Mehrfach wurde die vorhandene Absorberanlage kritisiert, die bekanntlich keine Wärme speichern und dann bei Bedarf abgeben kann.“

Das Argument, das Wetter sei zu schlecht und das Wasser zu kalt fürs Baden und Schwimmen im Freien, greift bei den Frühschwimmern auch nicht. „Hatte das Wasser am Samstag doch 21 Grad und um 9.45 Uhr wurden 36 Besucher gezählt“, so Ilona Seepe. „Von denen kommen einige selbst bei 18 Grad Wassertemperatur.“



Kommentare
17.07.2012
11:43
Freibad-Schließung – Frühschwimmer verärgert
von schwimmfan | #3

Sollte die Ausgabenseite der Stadt wirklich höchste Priorität besitzen, hätte das gesamte Projekt „Zentralbad“ überdacht werden müssen.
Oder wie kann es sein, dass ein hochmodernes, neues Schwimmbad nach noch nicht einmal 1 Jahr von Mängeln befreit werden muss?
Schade ist nur, dass man in Lünen keinen Blick für attraktive Angebote der Freizeitgestaltung hat. Das Freibad Cappenberger See gilt als überregional bekannt und beliebt – ist es doch einzigartig in der Region. Hierzu zählt ebenfalls das Angebot für die Frühschwimmer, das definitiv nicht nur von „den Älteren“ genutzt wird. Auch Berufstätige nutzen das Angebot, vor der Arbeit ihre Bahnen ziehen zu können. Berufstätige mit Familie, die durch solche Aktionen nicht davon überzeugt werden, dass Lünen „die attraktive Stadt mit hohem Freizeitwert“ ist, in der es sich niederzulassen lohnt.

1 Antwort
Leistungsstellung "auf Teufel komm raus"?
von zeitungsleser07 | #3-1

Fragen Sie mal private Häuslebauer, was Sie im 1. Jh. nach Fertigstellung für Mängellisten haben. Und bei einem Großbauprojekt soll dies anders sein?
Das Freibad gilt auch noch immer als überregionaler Treffpunkt für junge und ältere Schwimmer und Freizeitbedürftige. Aber bei schlechtem Wetter ist nun mal nichts los.
Jeder private Betreiber hätte schon früher übergangsweise geschlossen (schließen müssen) und die Stadt kann nun mal nichts fürs Wetter (übrigens, wo bleibt eigentlich unsere Klimaerhitzung?).
Wie gesagt "Kirche im Dorf lassen", es kann doch nicht sein, dass für 36 Schwimmwillige alles unternommen werden muss (egal was es kostet), um Ihr traditionell jh-langes Treffen am Morgen weiter zu ermöglichen!?
Wenn die Sonne wieder lacht, wird auch bei den Schwimmern das Herz wieder aufgehen.

16.07.2012
14:05
Schildbürgerstreich?
von zeitungsleser07 | #2

Die jetzige Situation kann man auch als Schildbürgerstreich erster Güte bezeichnen.
Aktuell wird bei ALLEN politischen Entscheidungen in Lünen Wert darauf gelegt, dass die Ausgabenseite der Stadt eine hohe, wenn nicht die höchste Priorität inne hat.
Wie kann es dann sein, dass es zu der stundenweisen Wiederöffnung des Altlüner Hallenbades mit wahrscheinlich nicht unerheblichen Kosten kommen kann?
Und dies nur, weil ein paar Frühschwimmer (nichts gegen Frühschwimmer persönlich ) ihre Runden ziehen können.
Wir haben nun mal (Schul-) Ferienzeit. Viele Kinder sind nicht da oder sind auch bestimmt nicht heiß darauf, um 8 Uhr ins Bad zu gehen.
Im Interesse unser aller Geldbeutel wäre es nur konsequent gewesen, wie vorgesehen zu handeln.: Schließung des Stadtbades bis renoviert und saniert ist, ohne Alternativangebot
Auch die gesundheitlich engagierte Generation der Älteren sollte dafür Verständnis zeigen können, ggfs. ist auch Brambauer eine vertretbare Alternative

1 Antwort
Freibad-Schließung – Frühschwimmer verärgert
von anne_2904 | #2-1

"Wir haben nun mal (Schul-) Ferienzeit. Viele Kinder sind nicht da". Lieber zeitungsleser07 - dies stimmt sicher so nicht. Und erst recht nicht 6 Wochen lang, sondern, wenn überhaupt, im Schnitt 2 von 6 Wochen. Bleiben noch 4 Wochen Ferien, die ohne Schwimmbad in gut erreichbarer Nähe (denn das wäre die Folge Ihres Vorschlages) zu verbringen sind... Nicht wenig. Ungeachtet der Frage, ob es Sinn gemacht hat, das Hallenbad Altlünen zu reaktivieren, so geschah dies ja zunächst unter der Prämisse "3 Wochen". Nun sind 6 daraus geworden. Und nun macht Cappenberg "auf unbestimmte Zeit" auch noch zu.
"Auch die gesundheitlich engagierte Generation der Älteren" - diese stellen nur einen Teil der Frühschwimmer. Der andere Teil nutzt die frühe Stunde, um vor der Arbeit schwimmen zu gehen& den pünktlichen Beginn im Büro trotzdem zu schaffen. Und die von Ihnen sog. "Generation der Älteren" kommt zum Großteil mit dem Rad - Brambauer wäre da kaum eine Alternative.

16.07.2012
10:09
Freibad-Schließung – Frühschwimmer verärgert
von anne_2904 | #1

Ich kann den Ärger sehr gut nachvollziehen! Das Frühschwimmen im Freibad ist eine gute Tradition, man trifft sich Jahr für Jahr wieder, mal sind es mehr, mal weniger Aktive. Der Ärger über den - der Witterung eben nicht angepassten - späten Saisonstart wie den - ebenfalls gern mal nicht angepassten und ziemlich plötzlichen - Saisonschluss ist nicht neu, aber die Schließung geht nun wirklich zu weit.
Insbesondere fällt immer wieder auf, dass die Informationen sehr kurzfristig kommen und zudem im Internet nicht zu finden sind bzw. rechtzeitig veröffentlicht / aktualisiert werden. gerade für Bürgerinnen und Bürger, die nicht in Lünen wohnen, mehr als ärgerlich.
Ich kenne viele Bäder in der Umgebung - aber so eine nicht-Regelung gibt es meines Wissens nach nirgendwo. Wieso schafft Brambauer es, von Mai bis September offen zu halten - wenn auch mit, rechtzeitig angekündigten, ab und zu reduzierten Zeiten?

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