Entflammt für Kraftwerksprotest
17.02.2009 | 17:53 Uhr 2009-02-17T17:53:00+0100Mit ihrem Protest gegen den Kraftwerksbau sind die Lüner Gegner nicht allein - und das wollen sie beim Interkommunalen Heimleuchten am 1. März zeigen. 15 Vereine, Initiativen und politische Gruppen aus der Region beteiligen sich an der Demonstration und wollen tausende Teilnehmer mobilisieren.
Gegen Kohlekraftwerksprojekte wie Trianel und Evonik Lünen sowie Eon Datteln wollen die Akteure (siehe Kasten) mit einer Menschenkette protestieren und ihnen mit Fackeln und Kerzen symbolisch heimleuchten, sie also vertreiben. Schauplatz der Aktion ist der Datteln-Hamm-Kanal im Bereich zwischen Lünen und Waltrop - in Höhe der Brücke Im Knäppen. „Der Kanal hat für uns großen Symbolwert”, erklärte Ingbert Kersebohm, Bürgermeisterkandidat der Lüner Grünen, bei einer Pressekonferenz der Veranstalter am Montagabend. Die Schifffahrtsstraße verbinde die betroffenen Kommunen „und darauf wird die Kohle für die Kraftwerke befördert”.
Gegen „verfehlte Energiepolitik” wolle man sich wehren, sagte Oliver Danne von der Lüner Bürgerinitiative Stoppt den Landschaftsfraß. „Davon haben die Leute im Ruhrgebiet die Schnauze voll.” Raimund Schorn-Lichtenthäler von der Wählergemeinschaft Die Grünen Datteln bestätigte: „Hier mehren sich die Stimmen, die das kritisch sehen.” Vor allem der Kühlturmbau in Datteln erschrecke die Leute, man könne ihn von Recklinghausen aus sehen, hieß es.
Die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) kündigte einen Protest-Rundbrief an alle Kommunen an, die am Kraftwerksbau beteiligt sind. Manfred Scholz vom Lüner Arbeitskreis Umwelt und Heimat bezeichnete die Kraftwerksplanung als „Hohn - und unsere Kinder und Enkel müssen das ausbaden.”
„Vielen wird jetzt erst klar, was passiert”, bekräftigte Michael Finke von der Grünen Liste Waltrop. „Wir sind die Kloake Deutschlands.” Seit 2005 begleite seine Fraktion den Bau des Dattelner Eon-Kraftwerks kritisch, „aber wir hatten noch nicht die Chance, eine so große Aktion auf die Beine zu stellen.” Zum Ablauf: Die Protestveranstaltung soll am Sonntag, 1. März, um 17 Uhr beginnen. Etwa eine Stunde wollen die Veranstalter nutzen, um Teilnehmer auf einer Veranstaltungsfläche an der Lünener Straße über die Ziele der Aktion zu informieren und einzuweisen - damit sich ab 18.15 Uhr die Menschenkette entlang der Kanalufer und auf der Brücke bildet. Kurz zuvor, etwa ab 18 Uhr, sind Ansprachen der Veranstalter geplant. Das eigentliche Heimleuchten beginnt um 18.30 Uhr - nach Sonnenuntergang. Gegen 19 Uhr endet die Aktion mit einem gemütlichen Beisammensein.
Zwei aktuelle Anlässe hat die Demo. Zum einen die Klage gegen den Lüner Trianel-Kraftwerksbau, die am 5. März am Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt wird. Dafür sollen beim Heimleuchten Spenden gesammelt werden. Zum anderen die Planfeststellung für den Neubau einer 380 Kilovolt-Hochspannungsleitung durch die Waltroper Rieselfelder, die Trianel und Evonik gemeinsam nutzen wollen. Die Pläne liegen derzeit auch im Lüner Rathaus aus, die öffentliche Beteiligung läuft bis zum 25. Februar. Gegen die ursprünglich geplante Trassenführung durch das Mühlenbachtal hatten die Lüner Kraftwerksgegner im Oktober 2007 mit einem Heimleuchten protestiert, an dem sich fast 2 000 Menschen beteiligten.
Über die Demonstration informieren die Veranstalter am Samstag, 28. Februar, von 10 bis 12 Uhr mit Aktionen in den Innenstädten von Lünen, Waltrop und Datteln.
09:37
an Alois-Egon
Also das mit den Grünen im Spiegelbericht ist wirklich der Hammer.
Ich wusste ja schon, dass in Holland die Gärtner selbst im Sommer die Heizung laufen lassen, damit sie das bei uns als Klimakiller bekämpfte co2 in die Treibhäuser leiten und so die Pflanzen besonders gut wachsen, aber es lohnt sich wohl doch, diesen ganzen Klimakram mal etwas genauer zu beobachten.
Die Grünen liefern uns ein gutes Beispiel, wer in unserem Land welche Interessen vertritt Leider handelt es sich dabei weniger um die Natur, sondern wohl mehr um Macht und Geld.
In den Sinne kann ich Ihrer Kritik nur voll und ganz zustimmen.
08:17
@#2
Abgesehen davon, dass dies hier ein Platz ist, um einen Kommentar zu dem Artikel selbst abzugeben und nicht völlig unsachliche Beiträge zu anderen Kommentaren abzugeben geht meine Empfehlung an Ihre Frau dahin, endlich bügelfreie Wäsche zu kaufen und so einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung zu leisten.
Die dadurch gewonnene Freizeit empfehle ich mit dem Studium des von mir angegebenen Spiegelberichtes zu nutzten und wenn dann noch etwas Zeit übrig bleibt, ein wenig auf folgenden Seiten zu stöbern.
http://www.eike-klima-energie.eu/
Sollte sich dann herausstellen, dass Ihre Frau die so gewonnenen Erkenntnisse und Zweifel auch Ihnen gegenüber äußern darf, dann werden Sie wohl am 1. März alleine am Kanal eine Bratwurst essen müssen.
In dem Sinne ein Hoch auf alle emanzipierten Frauen.
07:57
Alois, meine Frau hat gerade gesagt, du solltest ihr lieber beim Bügeln helfen, als deine Zeit mit dem Verbreiten deiner Thesen zu verplempern.
20:34
Wenn der wirkliche Grund für diese Proteste nicht der Bau der Anlagen vor der eigenen Haustür wäre, könnte man ja der Aktion noch etwas positives abgewinnen. Aber so offenbahren diese Gruppen einen ausgeprägten und gemeinschaftsfeindlichen Egoismus.
Nur gut, dass sich die demokratische Mehrheit davon nicht beeinflussen lässt und Entscheidungen trifft, die den Erfordernissen gerecht werden.
Wie überall im Leben wird man auch hier das kleinere Übel wählen.
Was die Grünen inzwischen selbst denken, ist in entlarvender Weise dem Artikel im Spiegel zu entnehmen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606532,00.html