Eine weite Reise mit leichtem Gepäck
20.06.2007 | 09:23 Uhr 2007-06-20T09:23:12+0200Selm/Unna. (NiK) Goodbye, Selm. Das SPD-Ratsmitglied Uwe Ries kehrt der Kommunalpolitik der Funnestadt den Rücken und sagt auch "seiner" Peter-Weiss-Gesamtschule Unna ade. Nach 21 Jahren als Schulleiter sucht Uwe Ries eine neue Herausforderung. Er tausc
Am Dienstag wurde Unnas dienstältester Schulleiter offiziell verabschiedet, einen Monat später sitzt er mit seiner Frau Karin bereits im Flugzeug nach San Jose. Von Costa Rica aus wird Ries künftig als eine Art Unternehmensberater für deutsche Schulen in Süd- und Mittelamerika tätig sein. Schulleiterfortbildungen, Programmentwicklung, Beratung - "wie in Deutschland gelten auch für deutsche Schulen im Ausland bestimmte Qualitätsstandards", erklärt Ries.
Schon einmal war er als Berater an der Deutschen Botschaftsschule in Addis Abeba tätig. Und so kam das Bundesverwaltungsamt auf den Selmer, als ein neuer Schulberater für Südamerika gesucht wurde - "Wohnortnähe bevorzugt".
Eigentlich hatte es Ries nicht unbedingt ins Ausland gezogen, anders als etwa seine Tochter Lena, die mit dem weltberühmten Cirque du Soleil in der ganzen Welt unterwegs war und derzeit Theaterworkshops in Bangkok gibt. Bis alles auf einmal zusammenpasste.
Ries Ehefrau hat Verwandte, die in Costa Rica leben, seit zweieinhalb Jahren lernt das Paar Spanisch, "am Anfang natürlich einfach nur, weil es uns interessiert hat", und dann war da die einmalige Chance, nach über 20 Jahren noch einmal etwas ganz anderes zu machen. "Mit 55 Jahren noch einmal ganz neu anzufangen, ist schon eine spannende Sache", sagt Uwe Ries.
Mindestens drei Jahre will Uwe Ries in Costa Rica bleiben und sich als Freiberufler versuchen, "vielleicht auch länger". Fest steht: Zurück in den deutschen Schuldienst wird der Weg für ihn wohl nicht mehr führen. Die Verbeamtung auf Lebenszeit erlischt mit seinem Ausscheiden.
Sorgen um seine Zukunft macht sich der 55-Jährige nicht: "Die deutschen Auslandsschulen sind in der Regel sehr wohlhabend und haben ein eigenes Budget für die Qualitätssicherung", erklärt Ries. Natürlich werde er nicht das verdienen, was er als Schulleiter bekommt, aber dafür seien die Lebenshaltungskosten eben auch niedriger.
Uwe Ries und seine Frau, die ebenfalls ihre Schulleiterstelle in Senden aufgibt, haben einen echten Schnitt gemacht: Haus und Möbel sind verkauft, der Keller entrümpelt, Bücher und andere Habseligkeiten verschenkt - "eine interessante Erfahrung, sich von materiellen Dingen zu trennen, die einen im Leben zum Teil lange begleitet haben", sagt Ries.
Die Reise ins neue Leben beginnt mit leichtem Gepäck.
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