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Einbürgerungszahl um 30 Prozent erhöhen

01.02.2012 | 18:43 Uhr
Einbürgerungszahl um 30 Prozent erhöhen

Lünen.Gleich um 30 Prozent soll die Zahl der Einbürgerungen in den nächsten drei Jahren steigen. Dies haben sich zumindest die Initiatoren des Projekts „Integration durch Einbürgerung“ vorgenommen, das gestern im Multikulturellen Forum an der Münsterstraße vorgestellt wurde.

Dazu hat das Forum auch noch die Städte Lünen, Dortmund, Hamm, Unna, Kamen, Bergkamen sowie den Kreis Unna mit ins Boot geholt. „Unsere Zielgruppe sind ausschließlich Drittstaatler die in Deutschland leben“, erklärt Kenan Kücük, Geschäftsführer des Multikulturellen Forums. Dabei handelt es sich um Menschen, die aus Nicht-EU-Ländern stammen. Für den heimischen Bereich seien dies vor allem Menschen mit türkischen Wurzeln und aus dem ehemaligen Jugoslawien.

„Die Zahl der Antragstellungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen, dabei erfüllen gerade viele Jugendliche die Voraussetzungen, wollen sich aber nicht einbürgern lassen“, so Kücük weiter. Dass die Zahl der potenziellen Kandidaten in der Tat groß ist, bestätigt ein Blick auf die Zahlen. In Dortmund wurden im letzten Jahr etwa 1600 Menschen eingebürgert, die Zahl der möglichen Antragsteller liegt mit etwa 35 000 jedoch um ein Vielfaches höher. Lünen stimmte 2011 206 Einbürgerungen zu und verzeichnete damit schon ein sattes Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft gibt es für Nicht-EU-Bürger nicht. Mit der Entscheidung zur Einbürgerung ginge die erste Staatsbürgerschaft verloren und beispielsweise bei den Türken auch ein Stück Identität“, versucht Günter Schwibbe, Beauftragter für Integration und Migration der Stadt Hamm, die Vorbehalte zu erklären. Eine mögliche Rolle könnte auch das Geld spielen, so kostet ein Wechsel der Nationalität (inklusive aller Behördengänge) etwa 500 Euro.

700 bis 800 Menschen pro Jahr mehr

„In der Region wollen wir pro Jahr 700 bis 800 Menschen mehr einbürgern als bisher“, sagt Kücük dennoch. Dazu wird mit dem Projekt in die Treffpunkte wie Moscheen, Schulen, Jugendzentren oder auch Vereine gegangen, auch die Migrantenorganisationen aus Gemeinden und Verbänden sollen helfen. „Der Schlüssel liegt darin, diese Menschen in ihren Milieus zur erreichen. Es gilt andere Zugänge zu finden als bisher, um eine Basis herzustellen“, sagt auch Ludger Trepper, Fachbereichsleiter Jugend, Bürgerservice und Soziales der Stadt Lünen.

Genau dies wollen die Projektleiter Cemal Sasmaz und Filiz Akgün schaffen. „Wir beraten und begleiten während des Einbürgerungsprozesses, geben Hilfestellung beim Einbürgerungstest oder beantworten Fragen in Beratungsgesprächen. Zudem wird es fortlaufend Info-Kampagnen vor Ort geben“, so Sasmaz.

Finanziert wird das Projekt zur Hälfte mit 126 900 Euro pro Jahr durch den Europäischen Integrationsfonds. Die beteiligten Kommunen beteiligen sich zusammen jährlich mit 123 400 Euro, etwa 3 500 Euro steuert das Multikulturelle Forum bei.

Markus Wilczek

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