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Erzählcafé

Ein Ort für persönliche Geschichten

02.02.2012 | 16:14 Uhr
Ein Ort für persönliche Geschichten

Brambauer.Wenn es zum x-ten Mal die Lebensgeschichte der Eltern oder Großeltern zu hören gibt, dann kommt das in der Familie nicht immer gut an. „Doch je älter man wird, desto mehr möchte man man von damals erzählen, sich erinnern“, weiß Bärbel Klaas. Sie leitet den Erzählcafé Brambauer und sieht darin einen Ort, an dem sich Menschen begegnen können, die noch nicht viel voneinander wissen und sich vor allem viel zu erzählen haben. Und deshalb habe Erika Michels vor genau 20 diese Treffen ins Leben gerufen.

Platz in der Gemeinschaft

„Es ging für die Besucher darum, nicht einsam zu sein, in einer Gemeinschaft einen Platz zu haben und jemanden zu finden, der einem gerne zuhört“, weiß Bärbel Klaas, die die Leitung von Erika Michels vor einigen Jahren übernommen hat. Von der Anfangszeit bis heute hätte sich viel verändert. „Angst davor, dass einer der 24 Teilnehmer des Erzählcafés vereinsamen könnte, die habe sie längst nicht mehr.“ Früher seien hier die Alten der Alten hingekommen, heute seien es die jungen Alten, so Klaas. Es wird gemeinsam Sport gemacht, kaum einer bleibe nur zu Hause und für sich alleine, so wie es früher einmal war. Das Café sei aktiver geworden, lebhaft, voller Lebensfreude und Nähe.

„Wir beginnen unsere Treffen quasi mit einer Kuschelrunde“, erzählt Bärbel Klaas und lacht. „Zur Begrüßung nehmen wir uns in den Arm, sofort beginnt ein reger Austausch.“ Dementsprechend ungezwungen geht es während des Frühstücks zu, das jeden Mittwoch ab 9 Uhr im Gemeindehaus gemeinsam zelebriert wird. Es wird geplaudert, gelacht und diskutiert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien viele Gastredner zu Gast gewesen und mit Fragen gelöchert worden. Es wurden Ausflüge unternommen, Karneval gefeiert oder ein Weihnachtsfest gestaltet.

Das erste Treffen fand übrigens genau am 19. Februar 1992 im Zentrum an der Karl-Haarmann-Straße statt. Waltraut Histerman ist von Anfang an dabei. Sie erlebte auch mit, wie aus einer Männerfreien-Zone ein Ort wurde, an den sich auch Männer trauten und sich in die Plauderrunden einmischten. Oder wie das Erzählcafé schließlich in das Evangelische Gemeindezentrum umgezogen ist.

Verändert hat sich auch die Struktur. Früher habe Marianne Stahlberg, eine hauptamtliche Mitarbeiterin der Gemeinde, die Treffen begleitet. Nachdem sie in den Ruhestand ging, wurde die Gruppe auf eigene Beine gestellt. „Und wir sind losgelaufen, brauchen auch keine leitende Hand mehr“, sagt Bärbel Klaas. Wenn seelsorgerischer Beistand benötigt wird, seien die Pastoren zur Stelle. Für die großen und kleinen Probleme des Alltags sei die Gruppe da.

Erzähler willkommen

„Die Mitglieder des Erzählcafés haben immer ein offenes Ohr oder stehen den anderen zur Seite.“ Die Gruppenleiterin betont aber, dass jeder, der Lust auf Gespräche hat, zu den wöchentlichen Treffen am Morgen eingeladen ist. Unabhängig von der Konfession und des Alters. Wer die Gruppe kennen lernen möchte, hat am Sonntag, 19. Februar, die Gelegenheit bei der Geburtstagsfeier anlässlich des 20-jährigen Bestehens. Los geht es um 10 Uhr mit einem Abendmahlgottesdienst. Im Anschluss wird im Gemeindehaus gefeiert.

Carmen Thomaschewski

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