Duales Lehrkonzept made in Lünen
15.06.2010 | 14:17 Uhr 2010-06-15T14:17:00+0200
Lünen.Der junge Beruf des Podologen ist ausschließlich an kostenpflichtigen Schulen erlernbar. Die Lüner Podologin hat den beruf um ein duales Lehrkonzept erweitert, made in Lünen.
Französische Fußnägel, gegelt, nicht lackiert, sind wirklich nur eine Randerscheinung der Podologie. Vordringlich geht es um medizinische Fußpflege und -behandlung. Der junge Beruf mit guter Zukunftsperspektive, seit 2001 ist er staatlich geprüft, ist ausschließlich an kostenpflichtigen Schulen erlernbar. Die Lüner Podologin Ute Gössing hat ihn seit 2005 um ein duales Lehrkonzept made in Lünen erweitert. Inzwischen findet ihr Modell Nachahmer. „Wir brauchen dringend qualifizierte Leute“, sagt Gössing.
Theorie in Rheine,
Praxis in Lünen
Rita Schürer ist seit anderthalb Jahren überzeugte Nutznießerin des Modells. Parallel zum Schulbesuch in Rheine, wo der Unterricht in Teilzeit absolviert werden kann, arbeitet und lernt sie ein um die andere Woche in der Praxis von Ute Gössing gegenüber dem Marienhospital. Ihre Ausbildung dauert drei Jahre statt anderswo zwei, aber am Ende wartet sie bei der Prüfung mit großer Praxiserfahrung auf. Und: Ihre Ausbilderin zahlt das monatliche Schulgeld von 400 Euro sowie die Lernmittel.
Sie finde es ärgerlich, sagt Gössing, dass die Podologenausbildung abhängig ist von den finanziellen Möglichkeiten der SchülerInnen. Rita Schürer war 25 Jahre Arzthelferin bei einem Internisten, Schwerpunkt Diabetologie. Mit zunehmendem Alter sei es aussichtslos, in diesem Beruf zu arbeiten, sagt sie. Dazu die geringe Bezahlung, wenig Entwicklungsmöglichkeiten. „Ich habe so viele kranke Füße gesehen“, sagt Schürer. Dann habe sie über das Modell Gössing in der Tageszeitung gelesen.
Auch bei heiklen Körperteilen hilfreich
Alles passte zusammen. „Reife und Erfahrung“, sagt Schürer, erlebe sie als hilfreich bei einer Arbeit, die für manche durchaus heikle, empfindliche Körperteile betreffe. Ihre Anfrage bei der Arbeitsagentur, die Ausbildung als Umschulung machen zu können, war nicht erfolgreich. „Obwohl viele Umschüler unter den künftigen Podologen sind“, wie Gössing und Schürer wissen, kann die Arge Ute Gössing nicht einmal dabei helfen, Auszubildende zu finden.
Vier Auszubildende hatte Ute Gössing bislang in ihrer Praxis, Rita Schürer ist die zweite, die durchhält, die erste hat sich inzwischen selbstständig gemacht. Gössing garantiert Weiterbeschäftigung, „wenn auch nicht in Vollzeit“. Es gebe noch viel zu wenig Podologen. „Und der Bedarf wächst stetig“. An einem Ausbildungsplatz Interessierte können sich ab sofort in der Praxis Ute Gössing melden: (02306) 52148.
12:29
Im Grundsatz haben Sie Recht, dass die Schule bezahlt werden muss. In den neuen Bundesländern war es jedenfalls bis vor kurzem noch so, dass die Schüler die Ausbildung zum Podologen kostenlos absolvieren konnten. Hier gab es eine gewisse Ungerechtigkeit zu den Schülern im Westen. Vielen Grüße Andrea Becker-Schulmeister Praxis für Podologie in Düsseldorf. www.Schulmeister-Podologie.eu