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Wehrenboldstraße

Diskussion um Bäume geht weiter

09.02.2012 | 19:05 Uhr
Diskussion um Bäume geht weiter

Nordlünen.An der Wehrenboldstraße kommt es vorerst nicht zum Kahlschlag: Dem Plan der Stadtverwaltung, die 45 Linden im Zuge des dritten Bauabschnittes zu fällen (wir berichteten), hat der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung in seiner Sitzung am Mittwoch nicht zugestimmt. Das Thema wurde vertagt – auf die nächste Sitzung im April oder eine Sondersitzung, die zeitnah stattfinden soll. Denn die Zeit drängt: Es bestehe die Gefahr, dass Fördergelder verloren gehen, warnte die Verwaltung.

Zu viele Fragezeichenfür eine Entscheidung

Bekanntlich hatten die ursprünglichen Planungen für den Ausbau der Wehrenboldstraße einen umfangreichen Grunderwerb vorausgesetzt, um die Bäume im Zuge des dritten Bauabschnittes zwischen der Straße „Am Vogelsberg“ und der Bahn-Unterführung zu erhalten. Verhandlungen mit den Eigentümern waren laut Verwaltung allerdings gescheitert. „Nun sind wir gezwungen umzuplanen, um in den Förderkorridor zu kommen“, erklärte Beigeordneter Matthias Buckesfeld.

Da weniger Fläche zur Verfügung steht, kommen sich auf der Nordseite der Straße nun Bäume und der geplante Radweg in die Quere. Die Folge: Die Linden sollen der Säge zum Opfer fallen. Eine schnelle Entscheidung müsse her, mahnte die Verwaltung in der Sitzung am Mittwoch. „Es besteht die Gefahr, dass sonst die Förderzusage zurückgezogen werde – auch für die ersten beiden Bauabschnitte“, so Reinhard Scholz, Leiter der Abteilung Straßenbau.

Mit dem geplanten Kahlschlag konnten sich die meisten Ausschuss-Mitglieder dennoch nicht anfreunden. „Es ist Schade um jeden einzelnen Baum“ hieß es von der SPD. Mit der Abholzung werde der einstigen Allee endgültig der Garaus gemacht, so die Grünen. Das Thema beinhalte sehr viel Konfliktpotenzial, stellte die CDU fest. Im Interesse der Bürger und der Natur müsse eine Entscheidung zeitnah in einer Sondersitzung fallen, sagte Karsten Niehues.

Inhalte der nächstenSitzung noch unklar

Denn am Ende der Diskussion blieben dem Ausschuss zu viele Fragezeichen, um dem Plan der Verwaltung zuzustimmen. Warum der Grunderwerb nicht geklappt habe und ob die Kosten für die neue Planung nicht höher seien als den Grundbesitzern den geforderten Preis zu zahlen, möchte Uwe Walter von der SPD geklärt haben. Ob nicht ein kombinierter Rad- und Fußweg möglich sei, lautete eine Anregung der Grünen. Kritisch steht die Stadt dem Vorschlag von Ingbert Kersebohm (Grüne) gegenüber: Man könne an den Stellen, wo kein Grunderwerb möglich sei, den Radweg um die Linden herum an der Fahrbahnseite entlang führen. Dort wo Platz ist, könne der Weg dagegen hinter den Baumreihen verlaufen. So entstünden eine Vielzahl von wechselnden Situationen, auf die sich Rad- und Autofahrer einstellen müssten. „Das ist nicht ganz ungefährlich“, so Straßenbau-Chef Scholz.

Am Ende stimmten GFL, CDU, Grüne und UWS dafür, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen – mit den Gegenstimmen von SPD und Linken. Ausschuss-Vorsitzender Rüdiger Billeb (SPD) hatte dafür plädiert, die Entscheidung in den nichtöffentlichen Teil zu verlagern, weil die Verwaltung dort „steuerungsrelevante Informationen“ liefern wollte. Nach der Streichung von der Tagesordnung war dies aber formal nicht mehr möglich.

Ob das Thema in einer Sondersitzung oder beim nächsten regulären Termin am 18. April weiter diskutiert wird, ist noch offen. Die Verwaltung will nun prüfen, wie der Zeitrahmen für die Fördergelder ist. „Wenn es erforderlich ist, wird es eine Sondersitzung geben, wir dürfen die Gelder nicht aufs Spiel setzen“, so Rüdiger Billeb. Was genau in solcher einer Sitzung allerdings geprüft werden soll – etwa die erneute Verhandlung mit Eigentümern oder der Vorschlag von Ingbert Kersebohm – blieb am Mittwoch offen. Das müssten nun die Fraktionen durch Anträge deutlich machen, so Rüdiger Billeb.

Maike Braun

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