Das aktuelle Wetter Luenen 18°C
Lünen

Der "Kumpel" mit dem Schreibblock in der Hand

20.01.2009 | 19:28 Uhr

Brambauer. Winter 1957: Der Maurer Helmut Schmidt heuert bei der Zeche "Minister Achenbach" als "Schlepper" an. Winter 2009: Schmidt bekommt vom Deutschen Gewerkschaftssbund Östliches Ruhrgebiet die Alfred-Gundlach-Medaille überreicht.

Otto Korte, Axel Wolf (IG BCE Dortmund-Hagen) und Eberhard Weber (von links) überreichten Helmut Schmidt (2. von links) gestern die Alfred-Gundlach-Medaille. (Foto: Günter Blaszczyk)

In diesen 52 Jahren gab er sich nicht nur unter Tage völlig dem Bergbau hin. Auch für seine Gewerkschaft war Helmut Schmidt in unterschiedlichen Funktionen über Jahrzehnte ehrenamtlich tätig. Besonders als Angestelltenvertreter der Zeche "Minister Achenbach" war er außergewöhnlich aktiv.

Sein Engagement gipfelte in seiner Funktion als Hobby-Autor: Im Auftrag der IGBCE Ortsgruppe Brambauer verfasste der 68-Jährige eine Dokumentation zum Neubeginn der Gewerkschaften nach 1945 in Lünen und Umgebung. "Diese Geschichte von ,unten´ zu erzählen war eine Menge Arbeit, denn er musste dafür mit sehr vielen Leuten reden", sagte Eberhard Weber, Vorsitzender des DGB Östliches Ruhrgebiet gestern im Restaurant Allegro, bevor er sich Schmidt zuwandte. Weber: "Wir freuen uns, ihnen für dieses Lebenswerk die Alfred-Gundlach-Medaille überreichen zu dürfen!"

Sichtlich gerührt nahm Schmidt die Auszeichnung entgegen. Es war fast so, als würde ihm noch einmal seine Zeit als "Kumpel" durch den Kopf gehen.

Denn dem Bergbau blieb er, bis zur Stilllegung der Zeche Achenbach und seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben, treu. Genauso wie der IG Bergbau-Chemie-Energie, der er 1957 beitrat. Vor der Schließung der Schachtanlage und viele Jahre darüber hinaus, war Schmidt zunächst zweiter Vorsitzender und später dann erster Vorsitzender der Angestelltenortsgruppe Achenbach-Brambauer. "Helmut ist früher immer sehr viel Fahrrad gefahren. Auch mich hat er mit diesem Hobby später angesteckt", erinnerte sich Otto Korte, Kassierer der Angestelltenortsgruppe.

Nun ist Helmut Schmidt nicht mehr aktiv, die Erinnerungen an sein Lebenswerk bleiben jedoch. Das Lebenswerk, das im Winter 1957 begann, als er in "Minister Achenbach" als "Schlepper" anheuerte.

Von Jonas Knoop

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1387068/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schlagerparty auf Kreuzkamp
Bildgalerie
Gute Laune und endlose...
SV Niederaden
Bildgalerie
Fotostrecke
SV Niederaden
Bildgalerie
Fotostrecke
Offene Kirchen
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Arbeitsmarkt profitiert von Frühjahrsbelebung
Agentur für Arbeit
Der Mai brachte dem Lüner Arbeitsmarkt sinkende Zahlen. Ende des Berichtsmonats waren in Lünen und Selm insgesamt 6.600 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 70 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat. Davon waren 1.358 bei der Arbeitsagentur Lünen und 5.242 beim Jobcenter Kreis Unna
Foto
Weltrekordjagd mit Sonnenkraft
Sonnenenergie
Es ist in etwa Halbzeit für das Team der Hochschule Bochum. das mit Sonnenkraft und Elektromotoren aus Lünen gerade die Welt umrundet. Am Mittwoch machte das Fahrzeug „Solar World GT“ einen Zwischenstopp in der Lippestadt.
Foto