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Hiroshima-Gedenktag

Den Protest bekräftigen

03.08.2010 | 10:38 Uhr

Lünen.Der Protest gegen Atomwaffen hat in Lünen Tradition. Jedes Jahr am 6. August gibt der Hiroshima-Gedenktag Anlass, ihn zu bekräftigen. Auch wenn es diesmal, 65 Jahre nach dem ersten Abwurf der Atombombe durch die Amerikaner keine Ausstellung, keine große Aktion vor Ort geben wird wie zuletzt 2005: Der Friedenskreis Lünen erinnert an „die langjährigen Lüner Proteste und Bemühungen zur Abschaffung der Atomwaffen“.

Und fordert die Bevölkerung auf, mit ihm für „ein Ende des atomaren Irrsinns“ einzutreten, so Walter Brehm. Er ist Mitglied der Initiative, die sich während und wegen des Kosovokriegs vor elf Jahren gründete und seither in monatlichen Treffen, Mahnwachen, Umfragen und Informationsveranstaltungen ihre Stimme erhebt. Wieder und wieder mahnt er das Ende militärischer Problemlösungen an. Brehm: „Noch immer lagern 20 US-Atomraketen mit der zehnfachen Hiroshima-Sprengkraft in Deutschland und werden von Bundeswehrsoldaten einsatzbereit gehalten.“

Brehm listet Fragmente Lüner Positionen auf: 1983 wandte sich der Lüner Rat mit einem Appell an die Bundesregierung: Produktion und Stationierung von atomaren und anderen Massenvernichtungsmitteln müssten verhindert werden. Im August 1985 trat die Stadt nach einem Ratsbeschluss dem Städtepakt zur Abschaffung sämtlicher Atomwaffen bei. Ein Jahr später eröffnete der damalige Bürgermeister Hans-Werner Harzer eine Ausstellung über Hiroshima im Rathaus. Sein Vertrauen in das atomare Schutzschild sei dahin, habe Harzer gesagt, Tag für Tag rücke man dem atomaren Abgrund näher.

Zum 60. Jahrestag der Vernichtung von mehr als 200.000 Menschen und nahezu aller Häuser in Hiroshima hatte der Friedenskreis 2005 zum Gedenken in allen Gottesdiensten aufgerufen, hatte die Ausstellung „Hiroshima mahnt: Atomwaffen abschaffen!“ im Rathaus organisiert und sich an der „Nacht der 100.000 Kerzen“ beteiligt. Am Brunnen vor der Stadtkirche erinnerten unzählige Lichter an die Opfer, die seinerzeit ins kühlende Wasser liefen, um sich zu retten. Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick unterzeichnete 2005 die Erklärung der „Mayors for Peace“, in der zahlreiche Bürgermeister ein vollständiges Verbot nuklearer Waffen fordern.

Das Engagement der Stadt reicht weiter zurück. 1963 beschloss der Kulturausschuss in seiner Februarsitzung den Ankauf der 1958 entstandenen Plastik „Mutter Hiroshima“, ein Inbild des Leids, des Künstlers Anselm Treese, dessen Arbeit die Stadt ebenso wie die anderer Lüner Künstler u.a. durch Ankäufe unterstützte. Seit Mitte der sechziger Jahre steht die Bronzeskulptur am Eingang des Tobiasparks, ein Zwilling findet sich in Dortmund am Propsteihof, seit einiger Zeit benannt in „Platz von Hiroshima“.

Marion Wedegärtner

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