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„Das nehmen wir nicht hin“

14.02.2012 | 18:43 Uhr
„Das nehmen wir nicht hin“
Montage des Kirchenverbundes der katholischen Kirchen in Lünen

Lünen.Empörung, Wut und ganz, ganz tiefe Trauer. Mit diesen Worten kann man die Stimmungslage wohl am besten beschreiben, die nach Bekanntwerden der geplanten Neuordnung der Pastoralverbände Lünen-Mitte-Brambauer und Lünen-Südost in den angeschlossenen Gruppen und Vereinen herrscht.

Dass mit Ralf-Hubert Bronstert, Bernhard Dlugosch, Heinrich Stangorra und Marc Stücker gleich vier Priester gehen sollen, können viele der engagierten Ehrenamtlichen nicht verstehen. „Das kann man mit uns nicht machen“, schimpft Monika Kosner, Vorsitzende der kfd Herz-Jesu Brambauer und berichtet für 146 Mitglieder: „Hier ist die Stimmung auf dem Nullpunkt, uns würde eine wichtige Vertrauensperson genommen.“

Kosner selbst wird in einem persönlichen Brief an das Erzbistum Paderborn ihre Gefühlslage schildern und kündigt auch für den Rest der Gemeinde Widerstand an: „Wir werden uns gegen diese Entscheidung stemmen, zum Beispiel mit einer Unterschriftenaktion.“

„Als mündige Christen nehmen wir das nicht hin“, stößt auch Karl-Heinz Pisula, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Horstmar, in die gleiche Kerbe und kann sich gut vorstellen mit seiner Organisation auf breiter Front etwas zu tun. Auf Stadtebene könnten wir gegenüber dem Bistum unserem Unmut Ausdruck verleihen, aber auch über die Öffentlichkeit versuchen Druck aufzubauen.“ Sollte die Entscheidung aber bestehen bleiben, kann sich Pisula auch vorstellen, „dass eine nicht unerhebliche Anzahl an Personen sich überlegt, ihr ehrenamtliches Engagement zu überdenken.“

Für die große Karnevalsfeier am Sonntag in Herz-Jesu hat Pisula bereits reagiert und den Beitrag der Kolpingsfamilie umgeschrieben: „Es wird kritische Töne geben.“ Christian Döpper berichtet als Kolping-Bezirksvorsitzender: „Der Verband war mit der Priesterzusammenstellung sehr zufrieden.“ Als Herz-Jesu-Gemeindemitglied selbst betroffen, findet er persönlich noch deutlich schärfere Töne: „Diesen radikalen Einschnitt halte ich schlichtweg für die falsche Entscheidung, da hat der Erzbischof mit wenig Fingerspitzengefühl gehandelt.“

In einer gemeinsamen Stellungnahme (wir berichteten) riefen die Mitglieder der betroffen Gemeinden den Erzbischof zu einem Dialog auf. Auch Döpper hofft nun, auf einer sachlichen Ebene ins Gespräch zu kommen. Ägidius Engel, Leiter der Pressestelle des Bistums, macht da aber wenig Hoffnung: „Eine Antwort auf den offenen Brief wird es geben, ansonsten steht die Entscheidung aber.“

Laut Engel habe das Bistum natürlich mit heftigem Widerstand gerechnet: „Wenn man vier gute Geistliche abzieht, ist das ein Schock für die Gemeinden. Aber bei der Neuordnung hätten wir einen der vier Priester zum Chef ernennen müssen, die übrigen wären die Verlierer gewesen. Da müssen wir dann auch unserer Fürsorgepflicht den Geistlichen gegenüber nachkommen.“

Mit dieser Entscheidung hat sich Brigitte Brinkmann, Vorsitzende der kfd Heilige Familie, bereits abgefunden: „Wir waren mit unserem Priester lange Zeit zusammen und sind natürlich traurig, aber jetzt gilt es, positiv nach vorne zu schauen.“

Markus Wilczek

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