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Lüner Schaukasten

Das Geheimnisvolle im Bekannten

04.08.2010 | 16:52 Uhr
Das Geheimnisvolle im Bekannten

Lünen.Die Lippekaskade ist vollendet. Zwar noch nicht aus Stein. Aber zumindest in Öl auf Leinwand. Mit feinen Pinselstrichen hat Dieter Neumann das Bauwerk in Szene gesetzt.

Zu sehen ist es im Rahmen der vierten Ausstellungsphase im Lüner Schaukasten. Es ist einer von unzähligen Beiträgen Lüner Künstler und Hobby-Handwerker, die bis zum 11. Oktober im ehemaligen Hertie-Haus präsentiert werden.

„In dieser Runde wollten wir Ruhr.2010 stärker ins Blickfeld rücken“, erklärt Stadtentwicklungsplanerin Astrid Linn. Immerhin fällt die Local Heroes Woche Anfang Oktober in die Ausstellungszeit. So dominieren in den Schaufenstern Darstellungen zu Aktionen im Rahmen der Local Heroes-Woche und die künstlerische und handwerkliche Auseinandersetzung mit der Industriekultur und dem Strukturwandel im Ruhrgebiet, aber auch konkret in Lünen.

Dieter Neumann ist nur einer, der sich detailverliebt mit Motiven aus seiner Heimatstadt – wie dem Colani-Ei oder der Persiluhr etwa – auseinandergesetzt hat. Marianne Behr hat, neben Mohnblumen- und Toscanalandschafts-Aquarellen, anlässlich seines 50. Geburtstages das Lüner Rathaus gestaltet. Der Photoclub hat „Lünen bei Nacht“ zum Motto auserkoren. „In der Dunkelheit wirkt Bekanntes geheimnisvoll. Das hat immer einen Reiz“, sagt Manfred Boblitz, der mit fünf weiteren Photoclub-Mitgliedern Werke aus den letzten zwei Jahren ausstellt. Der Moorkran am Preußenhafen ist darunter, die St.-Marien-Kirche, das Aurubis-Gelände. Die Ansichten haben eine ganz eigene Schönheit, sind wie entrückt. „Es ist eben ein etwas anderer Blick auf die Stadt“, sagt Boblitz.

Auch bei den verwendeten Materialien gibt es Lüner Bezüge. So hat Frank Hochmuth seine Installation „Raum“ größtenteils aus Holzstücken und Ästen heimischer Wälder gestaltet. Drei ineinander verschachtelte Würfel scheinen im Schaufenster am Willy-Brandt-Platz zu schweben – die dünnen Fäden, die sie halten, verschwinden vor dem schwarzen Hintergrund. Eine größere Version seines Projektes will Hochmuth am 28. August übrigens auf eine besondere Reise schicken – es soll über die Lippe schweben.

Daniela Thamm

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