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Das digitale Gedächtnis der Zeche Minister Achenbach

14.10.2008 | 18:52 Uhr

Brambauer. (os) Montag, 15.Oktober 1917: Eine gewaltige Explosion im Nordfeld der Schachtanlage 3 führt zu Einstürzen im Flöz 15 des Nordfeldes. 16 Bergleute sterben sofort, ein weiterer nach seiner Bergung. ...

... Für alle Welt dokumentiert hat dies Wolfgang Schubert auf seiner Internet-Seite über die Zeche Minister Achenbach - und gelesen wird die inzwischen auch in beinahe der ganzen Welt. Schubert arbeitete von 1973 bis 1990 selbst auf Minister Achenbach, zunächst als Auszubildender, dann als Kohlenhauer, später als Sprengmeister - daher das Interesse an der ehemaligen Zeche in Brambauer. Aus einer Laune heraus startete er vor rund drei Jahren die Internetseite www.minister-achenbach.de und landete damit einen erstaunlichen Erfolg.

Schubert dokumentiert auf dieser Seite vorrangig die Geschichte von Minister Achenbach, inklusive der tragischen Unglücke. Er hat inzwischen zahlreiche verschollen ge-glaubte Dokumente gesammelt und zum Teil im Internet veröffentlicht.

Gut 25 000 Besucher hat er damit inzwischen angelockt. "Von allen Kontinenten und aus mehr als 60 Ländern", sagt er stolz. Besonders viele Besucher kommen aus den Niederlanden - das Land hat selbst eine Bergbautradition.

Das weltweite Interesse kommt nicht von ungefähr, denn obwohl es sich bei seiner Internet-Seite doch um eine sehr spezielle handelt. So bietet sie in Wort und Bild detaillierte Einblicke in eine alte Welt, wie sie Außenstehende kaum noch anders erfahren können.

Um so weit zu kommen, hat Wolfgang Schubert viel Recherchearbeit investiert und zum Teil eher exotisch anmutende Quellen angezapft. So hat er mal ein altes Kontrollbuch von 1912 bei einer Online-Auktion erstanden. "Da steht vieles drin über die Opfer des Unglücks aus diesem Jahr und den Umgang mit den Angehörigen", erläutert er. Andere Dokumente hat er über Kontakte in Frankreich entdeckt. Brambauer sei ja mal zeitweilig von den Franzosen besetzt gewesen, vielleicht seien die Dokumente auf diesem Weg dorthin gelangt.

Seit der 49-Jährige im Vorruhestand ist, nutzt er die Zeit noch viel intensiver, um Dinge zu tun, für die ihm früher die Zeit fehlte. So dürfte auch die Internet-Seite weiter wachsen. Zwei Projekte hat Wolfgang Schubert aber noch vor sich: Eine Dauerausstellung zur Zeche Minister Achenbach möchte er organisieren - schließlich ist sein eigenes Bild- und Dokument-Archiv inzwischen auf ein ganz beachtliches Maß angewachsen. Außerdem würde er gerne ein Buch zum Thema veröffentlichen.

Als nächstes liegt aber eine Wiedersehensfeier an. Zum inzwischen 14. Mal versammeln sich am 8. November ab 18 Uhr im Bürgerhaus Brambauer wieder ehemalige Angestellte der Zeche zum "Achenbach-Treffen". Anmeldungen werden entgegen genommen von Günter Schürer (0231/80 36 77), Horst Fehrenz (0231/87 04 08, Raimund Böhm ( 0231/87 04 28) und Peter Freiß (0231/87 25 32).

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Kommentare
16.10.2008
16:45
Das digitale Gedächtnis der Zeche Minister Achenbach
von wimschoenmaekers | #2

Hallo Wollie nr 655, Ich habe meine Kumpel diese Nachricht zugeschickt.
Am 19 oktober werden wir die Opfer gedenken.
So wie du weiß gedenken wir jeden Monat Verunglückten im Bergbau
Glück Auf. Wim nr 300

15.10.2008
00:43
Das digitale Gedächtnis der Zeche Minister Achenbach
von Norbert van Tiggelen | #1

Glückauf Wolfgang!

Ich freu mich für dich, herzlichen Glückwunsch.

Gruß
Dein Gedichtebuch Norbert van Tiggelen

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