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St. Marien Hospital

Darmkrebszentrum zertifiziert

13.02.2012 | 19:04 Uhr

Lünen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das St.-Marien-Hospital Lünen zum Darmkrebszentrum zertifiziert. Es ist das erste im Kreis Unna, das die hohen Anforderungen erfüllt. Anderthalb Jahre straffes Qualitätsmanagement unter Leitung von Frank Heine-Silberg liegen hinter den vielen am Erfolg Beteiligten. Man sei stolz, bekundeten Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Organisatoren und Koordinatorinnen am Montag auf einer Pressekonferenz.

Qualität habe es schon vorher gegeben, eine „Top“-Tumorkonferenz, sehr gute Patientenversorgung, ein gut vernetztes Behandlungsangebot und gute technische Ausrüstungen unter einem Dach, betonte Dr. Roland Kurdow, der Leiter des Zentrums.

Psychoonkologie und „follow up“

Neu hinzugekommen sind die psychologische Betreuung durch spezialisierte Schwestern, Psychologinnen und Psychologen, kurz Psychoonkologie, eine Selbsthilfegruppe, die Datenbank zum „follow up“, in der das Überleben der ehemaligen Patienten nachgehalten wird, Patientendokumentation, -information, Teilnahme an Vergleichsstudien und – die jährliche Kontrolle durch externe Gutachter.

Kurdow selbst zählt zu den Besonderheiten des Zentrums, ein Chirurg, der sich sowohl auf Viszeral-, also Bauchchirurgie, als auch Thoraxchirurgie versteht und auch die im Brustraum auftretenden Metastasen behandeln kann. Thoraxchirurgen würden in den meisten anderen Darmzentren von außen „eingekauft“, sagt Verwaltungschef Axel Weinand. In Lünen ist alles am Ort, auch die ambulante Onkologie und Strahlenpraxis. Neben der Viszeralchirurgie steht die Gastroenterologie/Onkologie im Zentrum des Netzwerks. Dr. Berthold Lenfers ist Direktor der Medizinischen Klinik II, Facharzt für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der damit verbundenen Organe und Kurdows Stellvertreter im Darmkrebszentrum.

50 sogenannte Primärfälle jährlich sind Voraussetzung für die Zertifizierung. „Das heißt: Erstdiagnose Darmkrebs einschließlich operativer Versorgung“, erläutert Dr. Roland Kurdow. 80 waren es im Marienhospital im vergangenen Jahr.

Darmkrebs sei die am häufigsten vorkommende geschlechtsunabhängige Krebsform, erklärt Dr. Berthold Lenfers. „74.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. Die Zahl steigt. Die Hälfte der Betroffenen stirbt daran.“ Aufklärung und Vorsorge sind wesentlich. Mehr Ballaststoffe, weniger Fleisch, ausreichend Schlaf, mehr Bewegung seien ein guter Anfang zur Prophylaxe, sagt Lenfers. Vorsorgeuntersuchungen sind ab 50 plus, bei Fällen in der Familie schon ab 45 angesagt. Den Monat März hat die Gastro-Liga zum Darmkrebsmonat ausgerufen. Am 7. März richtet das St.-Marien-Hospital eine Hotline zum Thema ein.



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