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Preußenbrücke

Brückenteil kommt über das Wasser

15.11.2009 | 17:23 Uhr

Lünen. Längst hat sie ihre besten Zeiten hinter sich – seit die aus drei Übergängen bestehende Preußenbrücke 1913 erbaut wurde, musste sie einiges an Lasten über den Datteln-Hamm-Kanal hinwegtragen.

Nun hat das „alte Eisen” ausgedient.

Bereits Mitte Juli war der östliche Teil der Brücke demontiert worden. Im Rahmen eines großangelegten Vorhabens der Bundeswasserstraßenverwaltung, um die Aufweitung problematischer Eisenbahnübergänge auch für große Schiffe und Schubverbände zu realisieren, ging es der Preußenbrücke an den Kragen. „Die drei alten Schätzchen müssen weg”, sagte der verantwortliche Projektingenieur der DB ProjektBau-GmbH, Olaf Jürgen Förtsch, Samstag kurz bevor er und seine Mitarbeiter den fehlenden Teil durch einen ersten neuen Überbau ersetzten und somit das moderne Zeitalter für die Brücke im Lüner Süden einleiteten.

Früh am Morgen begannen die Arbeiten um das Vorhaben, die 466 Tonnen schwere geschweißte Stahlkonstruktion zwischen die Ufer des Kanals einzuheben. Was sich für den Laien so unmöglich anhört, wie einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu treiben, stellt für die Experten eine Routineoperation da. Hinter der praktischen Durchführung stand ein ausgefeilter theoretischer Plan. „Das Ganze wird in drei Schritten vonstatten gehen. Als Erstes wird die neue Brücke über einen Rollwagen vom Nordufer aus in Längsrichtung über den Kanal geführt. Dann übernimmt der sich im Wasser befindliche Schwimmkran, sowie ein am Südufer aufgestellter Autokran den Überbau und setzen diesen auf einer Querverschubbahn am selben Ufer ab”, erklärte Förtsch die Strategie. „Im letzten Schritt drücken hydraulische Pressen die Stahlkonstruktion hoch und verschieben sie anschließend in Querrichtung, bevor die Brücke auf die Widerlager abgesetzt werden kann.”

Neben der Erweiterung von 47 auf rund 70 Meter werde durch den Bau von Rampen die von der Bundeswasserstraßenverwaltung geforderte Durchfahrtshöhe für Schiffe von 4,70 auf 6,40 Meter erreicht.

Bei der Durchführung ihres Planes mussten sich die Beteiligten jedoch etwas eilen. „Wir haben einen eng gestrickten Zeitplan. Die Verkehrssperrung reicht seit heute Morgen 6 Uhr nur 24 Stunden”, so Andrea Sparkuhle, Bauleiterin der Firma Klostermann. „Außerdem müssen wir mit dem Wetter Glück haben. Starker Wind kann die Angelegenheit schon mal verzögern. Aber wir sind zuversichtlich, dass die neue Brücke bis Mitternacht an ihrem Platz ist.” Im direkten Anschluss daran beginnen die Arbeiten rund um Leit- und Sicherungstechnik sowie Telekommunikation, sodass die Eisenbahnüberführung im Verlauf der Bahnstrecke von Lünen nach Dortmund, laut Olaf Jürgen Förtsch, ab Mitte Dezember wieder zweigleisig befahren werden kann.

Julia Kirstein

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