Bei der Steuerkraft ins Mittelfeld geklettert
28.12.2010 | 18:42 Uhr 2010-12-28T18:42:00+0100
Lünen.Es geht nach oben mit der Beschäftigung und mit der Steuerkraft in Lünen. Dies zeigen Daten, die gestern das Wirtschaftsförderungszentrum Lünen (WZL) vorgelegt hat.
Es geht nach oben mit der Beschäftigung und mit der Steuerkraft in Lünen. Dies zeigen Daten, die gestern das Wirtschaftsförderungszentrum Lünen (WZL) vorgelegt hat. Die Anzahl der versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse hat sich demnach von 2005 bis 2010 auf 19 795 (Stand: 31. März 2010) und damit um 9,7 Prozent erhöht. Nach den WZL-Daten sortiert sich Lünen damit kreisweit auf dem vierten Platz hinter Holzwickede, Bönen und Fröndenberg ein.
Im krisengeschüttelten Zeitraum 2009 auf 2010 betrug die Zunahme 2,31 Prozent – kreisweit der Spitzenwert. Entsprechend habe in den vergangenen Jahren auch die Steuerkraft zugenommen. So habe Lünen mit einer Steuermesszahl (Grundsteuer) von 675 Euro pro Einwohner laut Prognose für 2011 inzwischen einen Platz im Mittelfeld erreicht. Vor fünf Jahren war Lünen mit 458 Euro pro Einwohner noch absolutes Schlusslicht im Kreis.
Eine durchaus positive Entwicklung, findet Michael Sponholz, gerade angesichts der Tatsache, dass man in den letzten fünf Jahren ja auch größere Arbeitgeber wie Ara oder Hertie verloren habe. Dafür hätte es auch positive Effekte durch Großinvestitionen gegeben, zum Beispiel bei Remondis oder am Trianel-Kraftwerk.
Aus Sicht des WZL muss sich insbesondere im Bereich neuer Gewerbeflächen noch etwas tun, damit der Trend auch weiter nach oben gehe. Derzeit würden Lünen noch insgesamt 25 Hektar Fläche zur Vermarktung zur Verfügung stehen. „Das reicht noch vier, fünf Jahre“, so Sponholz. Daher müssten neue Gebiete in absehbarer Zeit her, denn schließlich nehme der Ausweisungsprozess ja auch eine gewisse Zeit in Anspruch.
Rückendeckung bekommt er dabei von Rolf Möller und Annette Droege-Middel, beide im Aufsichtsrat des WZL. „Es gibt meiner Meinung nach einen direkten Zusammenhang zwischen neuen Arbeitsplätzen und zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen“. betonte zum Beispiel Droege-Middel.
Die wohl vielversprechendste Option derzeit: Das interkommunale Gewerbegebiet Groppenbruch. Derzeit werde an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet, so Rolf Möller. Ob dann überhaupt erschlossen wird und wieviel Fläche dann für Lünen zur Verfügung steht, das sei jetzt noch gar nicht abzusehen. Für die Politik hänge bei der Frage nach zusätzlichen oder alternativen Flächen vieles davon ab, was in Sachen Groppenbruch am Ende herauskommt. Aus Sicht von Annette Droege-Middel brauche Lünen dringend 1a-Flächen mit günstiger Verkehrsanbindung, auf denen auch mal bis 22 Uhr gearbeitet werden könne.
Wo die liegen könnten, wenn Groppenbruch nicht oder nur im Kleinformat zustande kommt, dazu wollte Sponholz nichts sagen. „Es gibt Alternativ-Pläne dazu – im Kopf des zuständigen Dezernenten Matthias Buckesfeld. Das Wo ist Aufgabe der Politik.“
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