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Amtsgericht Lünen fürchtet mehr Zwangsversteigerungen

26.11.2009 | 22:00 Uhr

Lünen. Im nächsten Jahr droht in Lünen eine Zunahme bei den Zwangsversteigerungen. „Wir rechnen mit einem Anstieg”, erklärte Wilfried Schulz, Rechtspfleger am Amtsgericht Lünen.

Durch steigende Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit sei davon auszugehen, dass mehr Menschen ihre Kredite nicht mehr zahlen könnten. Wirtschaftskrisen wirkten sich in diesem Bereich immer mit Verzögerung aus, so Schulz auf Anfrage. „Die Welle kommt deutlich später an.”

Bis der Gläubiger zum letzten, drastischsten Mittel greife, würden erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft. Daher habe es bei den Zwangsversteigerungen in diesem Jahr noch keine Ausreißer nach oben gegeben.

Mit voraussichtlich 130 Anträgen auf Zwangsversteigerung bis zum Jahresende liege man im Lüner Amtsgerichtsbezirk, der neben Lünen auch die Städte Selm und Werne umfasst, „auf dem gleichen hohen Niveau wie in den vergangenen Jahren”, erklärte Schulz. Es handelt sich bei dieser Zahl nur um die sogenannten neuanhängigen Verfahren – die noch nicht abgewickelten aus den Vorjahren sind nicht mit eingerechnet.

Schon jetzt belegt der Lüner Gerichtsbezirk damit die Spitzenposition im Kreis Unna. Beim Amtsgericht Unna, das die Städte Unna und Fröndenberg sowie die Gemeinden Bönen und Holzwickede umfasst, sind aktuell 106 Anträge auf Zwangsversteigerung eingegangen, beim Amtsgericht Kamen (Kamen und Bergkamen) 105 und beim Amtsgericht Schwerte 59.

Eine direkte Vergleichbarkeit ist allerdings nicht gegeben. „Wir liegen mit unseren drei erfassten Städten ja deutlich vorn mit der Bevölkerungszahl”, betonte Wilfried Schulz. Auch soziale Strukturen spielten eine Rolle.

Besonders stark von Zwangsversteigerungen betroffen seien Eigentumswohnungen, die ursprünglich als Renditeobjekte gekauft worden seien, und der gewerbliche Bereich. „Aber das klassische Einfamilienhaus ist auch regelmäßig dabei”, so Schulz.

Daniela Thamm


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