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Lünen

8 Millionen Euro für die Scharoun-Schule

24.01.2008 | 19:21 Uhr

Lünen. "Wunderbar!" war das wohl häufigste Adjektiv, das gestern bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zur Erhaltung und baulichen Revitalisierung der Geschwister-Scholl-Gesamtschule fiel. ...

... Das 50 Jahre alte Baudenkmal für die Nutzung der nächsten 20 Jahre wieder fit zu machen, kostet 8 Mio Euro. Davon will die Stadt Lünen 4 Mio. in die Hand nehmen, 2 Mio. sollen über Landesförderungen ins Haus kommen und 2 Mio. Euro gibt die Wüstenrot-Stiftung dazu. Wunderbar! Auch die Machbarkeitsstudie, in der detailliert aufgelistet ist, was, in welcher Reihenfolge im Sinne des Architekten Hans Scharoun (1893 - 1972) wiederhergestellt, erneuert und ausgebessert werden soll, geht auf die Rechnung der Stiftung. Ihr Geschäftsführer Georg Adlbert, der die gestrige Präsentation moderierte, sprach von der Schule als einem Patienten. Um ihn zu therapieren, bedürfe es einer Anamnese und einer Diagnose. Diese Reihenfolge habe die Stiftung eingehalten, denn: "Die Schule ist uns wichtig!" Die Höhe der finanziellen Zuwendung daher auch einsam im Denkmalpflegeprogramm des Hauses: "Ich kenne keine Schule der Nachkriegszeit, die eine solche Substanz hat."

In diesem Sinne veröffentlichte der Architekt Prof. Oskar Spital-Frenking aus Lüdinghausen in der Aula "die Anamnese", die Machbarkeitsstudie, vor den "Bewohnern" der Schule, den Schülern und Lehrern. Zwar abenteuerlich, aber raffiniert, sei das ursprüngliche Luftheizungskonzept, das in seiner "sensationellen" Wirkung wieder aufgelegt werden soll. Das werde mit minimalen baulichen Eingriffen möglich sein. Das gelte auch für die Verglasung der Klassenwohnungen und die Wiederherstellung der Schwingfenster. Die Gestaltung der Farbkonzeption in den Hallen und Fluren, der Rückbau der Leuchten, die Rückführung der Pausen- und Innenhöfe, der Außenanlagen und Wege, sowie der Rückbau nachträglicher Ein- und Anbauten gehöre ebenso auf die Liste der "Reaktivierung des Potentials", so Spital-Frenking.

Die erheblichen energetischen Probleme der Schule schlagen sich in der schlechten Brandschutztechnik im Obergeschoss und der absturzgefährdeten Terrasse nieder. Sie müssen behoben werden.

Aber nicht alles gleichzeitig. Es gibt einen Zeitplan: "Ein halbes Jahr brauchen wir noch", so städtischer Beigeordneter Günter Klencz. Dann seien die Haushaltsberatungen abgeschlossen, um "es zu packen!", denn: "In den nächsten Jahren müssen 4 Mio. Euro eingeplant werden. So eine Chance bekommen wir nie wieder!" Bis Ende 2008 sollen die Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Mit dem ersten Bauabschnitt wird voraussichtlich 2009 begonnen. Drei Bauabschnitte sind bis 2012 vorgesehen.

Zur Durchführung der Maßnahme ist an eine Bauherrengemeinschaft zwischen Stiftung und Stadt gedacht, in der die Aufgaben noch genau festgelegt werden. Das Auftauchen der Wüstenrot-Stiftung bezeichnete der Vize-Vorsitzende der Lüner Scharoun-Gesellschaft als "deus ex machina".

"Die Schule ist uns wichtig!"

Georg Adlbert, Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung.Bild: Blaszczyk)

"So eine Chance bekommen wir nie wieder."

Günter Klencz, Erster Beigeordneter der Stadt.Bild: Blaszczyk)

"Das sensationelle Luftheizungskonzept soll wieder aufgelegt werden!"

Prof. Oskar Spital-Frenking, Architekt.

Von Barbara Höpping

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