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Kleine Kläranlagen...

70 Wohnhäuser vom Klärwerk Sesekemündung trennen

16.02.2010 | 12:00 Uhr

Alstedde/Nordlünen. Bereits im Jahr 2011 soll beginnen, was SAL-Vorstand Claus Externbrink seit rund zwei Jahren gepredigt hat:

Wohngebiete, die sehr weit vom zentralen Klärwerk Sesekemündung entfernt sind, sollen mit dezentralen Anlagen zur Abwasserbehandlung ausgerüstet werden. Ein Anfang wird in Alstedde und Nordlünen gemacht.

Noch in diesem Jahr, so Externbrink, sollen die nötigen Planungen ausgeführt werden. Während der Sitzung des Verwaltungsrates hatte er darüber informiert, dass inzwischen alle betroffenen Anwohner informiert worden seien. Nur ein einziger der Betroffenen habe Einwände. Mit ihm werde man noch Gespräche führen. Dabei sind laut Externbrink dezen-trale, vollbiologisch arbeitende Kläranlagen sogar in der Lage, Viren herauszufiltern, so zum Beispiel die Erreger von Kinderlähmung. Mit einer solchen vollbiologischen Membranfilteranlage will SAL auch in Alstedde beginnen. Betroffen sind Wohngebäude im Außenbereich an der Alstedder Straße 239 bis 251 sowie solche in der Straße Im Geistwinkel, die westlich des Römerwegs gelegen sind.

In Alstedde entfällt damit der lange Leitungsweg bis zum Ernteweg. Das Abwasser von insgesamt 30 Wohngebäuden wird in der Kleinkläranlage gereinigt, bevor es in einen Graben abfließt, der in den Fuchsbach mündet. In Alstedde wurde eine semizentrale Version gewählt. Das heißt, dass für die Siedlung eine kleine Anlage gebaut wird, in die alle Häuser im diesem Beritt entwässern. Die Anlage wird rund 86 000 Euro kosten. Eine ähnliche Version wird es auch Im Geistwinkel geben. Dort wird eine semizentrale Anlage für rund 40 Wohnhäuser gebaut. Die Anlage wird etwa 116 000 Euro kosten.

Für die Planungen wurde ein Ingenieurbüro beauftragt. Es ist dafür verantwortlich, die Entwurfs- und Ausführungsplanung durchzuführen, bei der Vorbereitung und der Bauvergabe mitzuwirken und die Bauleitung bei den Maßnahmen zu übernehmen.

Ende 2009 hatte Externbrink mögliche Varianten der Abwasserbehandlung vorgestellt. Neben der zentralen Abwasserbehandlung im Klärwerk Sesekemündung gebe es die semizentrale Abwasseraufbereitung in einer Wohnsiedlung, aber auch eine dezentrale Variante. In diesem Falle müsste jeder Grundstückseigentümer auf seinem Grundstück eine eigene Kleinkläranlage bauen. Die Varianten wurden bei den Berechnungen gegenübergestellt; mit dem Ergebnis, dass semizentrale Anlagen in Alstedde und Nordlünen am günstigsten sind. Auch an der Kirchbruchstraße soll eine solche Anlage 2012 gebaut und fertiggestellt werden. Sie kostet 227 000 Euro.

Fürs Freibad Gahmen entschied man sich anders. Wegen der nur punktuell starken Belastungen des chlorhaltigen Abwassers beim Ablassen zum Saisonende und ansonsten sehr geringer Abwasserbelastungen sollen die Sickergruben durch eine Druckleitung ersetzt werden, die zum Klärwerk entwässert. Diese Arbeiten sollen aber erst erfolgen, wenn der Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals abgeschlossen ist.

Wolfram Fischer

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