280 km Fußmarsch in vier Tagen
19.02.2010 | 17:46 Uhr 2010-02-19T17:46:00+0100
Lünen. 280 Kilometer Fußmarsch in vier Tagen – mit diesem Ziel starteten etwa 60 Misereor-Wallfahrer am vergangenen Dienstag in Hofheim im Taunus.
Von dort aus werden sie bis heute Nachmittag ein vier Quadratmeter großes Hungertuch in den Dom nach Münster tragen, wo dann die diesjährige Fastenaktion von Misereor offiziell eröffnet wird.
Auf ihrem langen Weg passierten die Wallfahrer gestern Lünen. Mit Applaus wurden sie am Christinentor von den Kindern des St. Marien-Kindergartens empfangen. Der Nachwuchs zeigte sich begeistert von dem Hungertuch, dass die Pilger vor sich her trugen. In diesem Jahr hatte der nigerianische Künstler Tony Nwachukwu das Tuch entworfen – inspiriert von den Namen der Fastenaktion „Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können!”
Die Hungertuchwallfahrt wurde 1986 ins Leben gerufen. Damals trugen Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Heinrich in Hannover das Misereor-Hungertuch erstmals in einer Nachtwallfahrt von Hildesheim nach Hannover. Seitdem verbindet sie in jedem Jahr den Eröffnungsort der Fastenaktion des Vorjahres mit der aktuellen Eröffnungsdiözese.
In den 25 Jahren hat sich ein Stamm von Wallfahrern gebildet, doch auch Neulinge gehen immer wieder mit. So wie Martina Vogt aus Wermelskirchen. Trotz Temperaturen bis zu minus 15 Grad hat sie das erstmalige Wallfahren nicht bereut. „Ich denke diese Aktion ist eine gute Möglichkeit ein Zeichen für Solidarität und Gerechtigkeit zu setzen”, sagte sie. Dabei ginge es jedoch nicht um das Missionieren, sondern um den reinen Gedankenaustausch.
Getrud Hoffmann ist bereits zum zehnten Mal dabei. „Die unterschiedlichen Gegenden mit ihren ganz eigenen Struktur kennenlernen, das macht den Reiz aus”, erklärte sie kurz bevor ihre Wallfahrer-Gruppe an der St. Marien-Kirche angelangt war. Dort übergab sie das Hungertuch gestern mittag an die nächste Gruppe, die ihrerseits das Tuch am Nachmittag in Werne einer weiteren Gruppe überreichte. Insgesamt vier Gruppen sind an dem staffelartigen System beteiligt. Nur so ist die lange Strecke in dieser kurzen Zeit zu bewältigen und das Hungertuch pünktlich zur Eröffnungsfeier in Münster.
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