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2011: Vollanschluss und Nordspange

13.11.2007 | 20:23 Uhr

Horstmar. "Die Barrierefreiheit ist Sache der Bundesbahn. ...

... Die Straßenlage nach dem Vollanschluss dagegen unsere, und da sind wir ein ganzes Stück weiter", präsentierte gestern Stadtbeigeordneter Jürgen Evert Vertretern des SPD-Ortsvereins die Pläne zur Nordspange. Zwei Kreisverkehre werden die neue Nordtrasse in die Zange nehmen und so die starken Verkehrsströme, die nach dem Autobahn-Vollanschluss noch zunehmen sollen, bewältigen. Zurzeit seien es knapp 13 000 Fahrzeuge in 24 Stunden, nach dem Vollanschluss könnten es 3- bis 4 000 mehr sein, erklärte Evert. Zu viel für die abknickende Vorfahrt unter dem niedrigen Tunnel.

Der Bebauungsplan sei jetzt im Planungsstadium. Eine Förderung des insgesamt neun Millionen Euro teuren Vorhabens nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz sei beantragt. "Wir hoffen auf einen Bescheid Ende 2008. Die Arbeiten zum Vollanschluss beginnen, so waren die letzten Nachrichten, 2010 und haben ein Jahr Bauzeit. Ende 2008 könnten wir dann mit unserem Bau beginnen", erklärte Evert. Die Bauzeit der Nordspange in Trogbauweise würde circa zweieinhalb Jahre dauern, deshalb müsste der Baubeginn idealerweise ein Jahr vor den Arbeiten zum Vollanschluss beginnen, um annähernd gleichzeitig fertig zu werden. Die alte Straßenführung aber bleibe nicht nur übergangsweise erhalten. "Niemand zieht den Stöpsel aus der Badewanne, wenn die Wanne noch nicht voll ist", beruhigte Evert die besorgten Kommunalpolitiker.

Die Nordspange wird in Trogbauweise errichtet, wird eingegraben und liegt also erheblich tiefer als die jeweils 1,50 Meter breiten Nebenanlagen für Fußgänger und Radfahrer, die an beiden Seiten liegen und durch Schutzgitter abgetrennt sind. Die tief liegende Straße muss wegen des hohen Grundwasserpegels ständig durch eine Pumpenanlage versorgt werden.

Neu wird außer der Straßenführung und der Erweiterung des Park Ride-Parkplatzes um 80 Stellflächen ein neuer Zugang zum Preußenbahnhof sein, der die Fußgänger direkt von der Nordspange über eine Treppe auf den Bahnsteig führt. Bürger aus Lünen-Süd müssten dann nicht mehr um den Bahnsteig herum laufen, erläuterte Evert. Aber gerade um diesen neuen Zugang gab es gestern eine lebhafte Diskussion. Hans-Jürgen Heidenreich hatte eine Idee des ADFC aufgegriffen und die fehlende Barrierefreiheit des Preußenbahnhofs kristisiert. "Es kann nicht sein, dass so viel Geld investiert wird und ältere Menschen mit Rollator oder Behinderte nicht auf den Bahnsteig kommen", sagte er. Er schlug vor, statt des neuen Treppenaufganges eine lange Rampe zu bauen und hat seine Anregung auch bereits schriftlich ins Planverfahren eingebracht.

"Das ist Sache der Bahn", erwiderte Evert. "Die Bundesbahn hat uns aber zu verstehen gegeben, dass an eine behindertenfreundliche Umgestaltung nicht zu denken ist", warf Ratsvertreter Hans-Jörg Hebebrand ein. "Eine Rampe wird technisch schwierig werden, ein Aufzug im Gebäude ist einfacher. Wir werden aber noch einmal mit der Bahn reden", befand Evert. Auch die Sozialdemokraten wollen nicht lockerlassen. Hebebrand: "Die Bahn muss doch auch an älteren Bürgern interessiert sein."

Von Tatjana Gluth

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