17 Zentimeter Spaß - 24 Stunden Arbeit
05.01.2009 | 16:01 Uhr 2009-01-05T16:01:00+0100
Alles weiß, alles ruhig. Auf diese kurze Formel lässt sich der Wintereinbruch in der Lippestadt bringen. Zwar kamen die WBL-Mitarbeiter bei ihrem Dauereinsatz ins Schwitzen, doch die Autofahrer ließ der Schnee vergleichsweise kalt.
Nicht nur Kinder waren dagegen heiß auf Weiß und konnten sich für einen Ritt auf dem Rodel und das schier endlose Baumaterial für Schneemänner erwärmen.
Mit einer 17 Zentimeter dicken Schneedecke war die Stadt in der Nacht von Sonntag auf Montag zugedeckt. So genau weiß das Thomas Möller, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft und Winterdienst bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL) – er trommelte am Wochenende 35 Mitarbeiter in Rufbereitschaft zusammen. „Wir waren seit Sonntagnachmittag mit 15 Fahrzeugen im Dauereinsatz”, berichtet Möller. Mit drei Räumfahrzeugen werden stets zuerst die Hauptstraßen, dann die Nebenstraßen bearbeitet, außerdem sind Streufahrzeuge und so genannte manuelle Handkolonnen mit Kleingeräten wie Schaufeln unterwegs, „die vom Radweg bis zum Treppenaufgang alles freiräumen”.
Mit dem Ablauf der Arbeiten zeigte sich Möller zufrieden: „Sogar die Müllabfuhr kam gut durch.” Allerdings sei längst nicht jeder Winkel von Schnee befreit. „Wir arbeiten uns in den nächsten Tagen durch – das Wetter soll schließlich frostig bleiben.”
Mit 85 Tonnen Streusalz reagierten die WBL seit Samstag auf den Wintereinbruch. „Eine gewaltige Menge für die kurze Zeit”, erklärt Möller. „Unser Jahresverbrauch liegt bei 400 Tonnen.” Bei diesem Wert sei allerdings zu bedenken, „dass die vergangenen beiden Winter eher mild gewesen sind”. Die Salzvorräte lagern in Silos auf dem WBL-Gelände an der Josef-Rethmann-Straße. Auch Sand kommt laut Möller zum Einsatz.
Nicht nur die WBL, auch die Autofahrer waren offensichtlich gut auf den Wintereinbruch vorbereitet: auf den Straßen im Stadtgebiet ging es zwar gerade im Berufsverkehr nur langsam voran, es blieb aber ruhig. Bis zum Mittag registrierte die Polizei in Lünen lediglich zwei Unfälle mit Blechschäden. „Das ist positiv überraschend”, erklärte Sprecher Peter Schulz. „Die Leute haben sich auf das Wetter eingestellt und sind entsprechend langsam gefahren.”
Nur langsam ging es auch für diejenigen voran, die in Zügen der Prignitzer Eisenbahn unterwegs waren: Wegen eingefrorener Weichen und zugeschneiter Signale kam es auf den Strecken zu Verspätungen zwischen 15 und 30 Minuten. Ausfälle habe es jedoch nicht gegeben, wie Sprecher Michael Schlickhoff mitteilte. Da die von der Prignitzer Eisenbahn befahrenen Strecken zur Deutschen Bahn gehörten, habe man keinen Einfluss auf die Räumarbeiten. DB-Mitarbeiter seien aber im Einsatz, um Weichen mit Gasbrennern zu enteisen und Signale vom Schnee zu befreien.
Keine Schwierigkeiten mit dem Schneefall hatte nach eigenen Angaben die Eurobahn. Ausfälle und Verspätungen seien ausgeblieben. „Wir erwarten auch in den nächsten Tagen keine Probleme”, so Sprecher Marco Vogel.
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