Zu Gewalt darf man nicht schweigen
15.11.2009 | 19:48 Uhr 2009-11-15T19:48:00+0100Lüdenscheid. Silas Windgassen und Tobias Kalb vom Zeppelin-Gymnasium, Elif Gülacan von der Adolf-Reichwein-Gesamtschule und Hilal Cüncü von der Albert-Schweitzer-Hauptschule bezogen sich in ihren Reden beim Volkstrauertag am Ehrenmal an der Parkstraße auf die Gewalt unter Jugendlichen.
So käme es in Schulen häufig dazu, dass Schüler „fertig gemacht” würden. Das Wort Mobbing fiel. Ein weiteres Thema war der Amoklauf von Winnenden. Zu dieser Gewalt dürfe man auf keinen Fall schweigen. Geschwiegen wurde dann aber doch. Elif Gülacan rief zu einer Gedenkminute für die Opfer von Gewalttaten auf.
Die Schüler gingen in ihren Reden nicht auf aktuelle Bundeswehreinsätze wie in Afghanistan ein. Sie erwähnten auch nicht die aktuellen Spannungen der USA und Russlands mit Iran. In der Schule würden diese Themen nicht mehr behandelt, sagten die Schüler in einem Gespräch am Rande.
„In diesem Jahr sei es den Schülern um die Gewalt unter Jugendlichen gegangen”, sagte Dr. Wolfgang Schröder, Ortsverbandsvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. So viele Teilnehmer habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Vor allem freue er sich über so viele junge Menschen.
Anwesend waren auch Bürgermeister Dieter Dzewas und Ursula Meyer, die Erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Lüdenscheid. Dzewas legte für die Stadt einen Kranz am Ehrenmal nieder. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Arge Soldaten- und Kriegsopferverbände.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Lüdenscheider Männerquartett unter der Leitung von Sascha Benner und von den Blechbläsern des CVJM Lüdenscheid unter der Leitung von Dr. Martin Türk. Neben den Abordnungen der Schützenvereine und der Feuerwehr hatte sich auch die Abordnung der Jugendfeuerwehr am Ehrenmal versammelt. In seiner Rede verglich Kreispfarrer Klaus Reuber die deutsche Geschichte mit einer Medaille. So hätte es in Deutschland seit 64 Jahren keinen Krieg mehr gegeben, was man gar nicht hoch genug schätzen könne. Dennoch habe es auch in der deutschen Geschichte Gewalt gegen Schwache gegeben.
Auch am Gedenkstein in Brügge erinnerten gestern Pastor Wienand und Lüdenscheids stellvertretender Bürgermeister, Otto Bodenheimer, an die Opfer zweier Weltkriege – und an die Menschen, die Widerstand geleistet haben. Am Mahnmal wurde ein Kranz niedergelegt.
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