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Windstrom für Klinikum Hellersen

12.10.2011 | 18:21 Uhr
Windstrom für Klinikum Hellersen
Foto: Detlev Kreimeier

Lüdenscheid.Ein modernes Blockheizkraftwerk ist schon in Betrieb. Es wird mit rund fünf Millionen Kilowattstunden etwa die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs liefern. 2013 will das Klinikum Lüdenscheid seinen Bedarf an elektrischer Energie weitgehend selbstständig, unabhängig von Versorgern erzeugen.

Dafür sollen zwischen drei und vier Millionen Euro in Windräder investiert werden.

Vier kleine Mühlen
auf dem Haupthaus

Kern des Projektes, das die Geschäftsführung der Märkischen Kliniken gestern Abend erstmals dem Aufsichtsrat präsentierte, ist eine große Windkraftanlage mit einer Leistung von bis zu zwei Megawatt. Der „Spargel“ mit einem dreiflügeligen Horizontalrotor hat eine Nabenhöhe von 110 Metern und soll nördlich des Hauses Hellersen an der A 45 errichtet werden.

Wegen der Größe des Windrades sei die Grundstückssuche nicht eben einfach. „Wir müssen 600 Meter Abstand zur Wohnbebauung halten“, sagt Diplom-Ingenieur Markus Kimmeskamp. Deshalb komme ein Standort westlich der Autobahn, auf der Klinikseite, nicht in Frage.

Doch das wirft ein weiteres, technisches Problem auf. „Wir wollen den Strom nicht einfach ins Netz einspeisen“, was die Stadtwerke mit rund 9 Cent je Kilowattstunde vergüten. „Wir wollen unseren Strom selbst im Klinikum verbrauchen“, so Kimmeskamp. Das sei fürs Klinikum deutlich lohnender als die vergütete Stromeinspeisung.

Der Clou des Konzepts ist eine direkte Leitung, die den vom Windrad erzeugten Strom zum Klinikum transportiert. Dort wird an Tagesspitzenzeiten eine Anschlussleistung von bis zu 2500 Kilowattstunden erreicht. Das heißt: Das Klinikum verbraucht in einer Stunde soviel Energie wie ein kleiner Haushalt im ganzen Jahr.

Um diese Leistungsspitze abzudecken, könne das vorhandene Blockheizkraftwerk nicht einfach vergrößert werden. Für die dabei anfallende zusätzliche Heizungswärme gibt es keinen Bedarf. Das, sagt der Ingenieur, würde sich nicht rechnen. Statt dessen setzt man in Hellersen auf eine Mischkalkulation. Nachts und an Wochenenden wird überschüssiger Strom ins Netz eingespeist, tagsüber die selbst erzeugte Energie verbraucht, was die Stromrechnung drastisch senken soll: In der Bilanz des Klinikums – ohne Wirtschaftsdienste – mache dieser Posten jedes Jahr einen Millionenbetrag aus.

Neben dem großen Windrad an der Autobahn sollen vier kleine Anlagen mit Vertikal-Rotoren auf den Dächern des Hauptgebäudes installiert werden. Diese „Kaffeemühlen“, wie sie im Jargon der beiden Geschäftsführer heißen, sollen jeweils zehn Kilowatt leisten.

Rolf Bähner

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