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Windkraft

Windrädern fehlt das Baurecht

21.02.2012 | 17:45 Uhr
Windrädern fehlt das Baurecht
Windstrom beschäftigt die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt.

Lüdenscheid.„Windstrom fürs Klinikum Hellersen“ titelte die WR im vergangenen Oktober – heute Abend beschäftigt das Projekt die Politiker im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt (öffentliche Sitzung ab 17 Uhr im Rathaus, Ratssaal).

Konkret geht es in der Diskussion um vier Windräder auf dem Dach des zehngeschossigen Hauptgebäudes. Dass es gegen den Bau der rund 13 Meter hohen Vertikal-Rotoren Widerstand aus der Bevölkerung geben könnte, hat Diplom-Ingenieur Markus Kimmeskamp einkalkuliert.

„Allerdings hat sich deshalb noch niemand bei uns gemeldet“, sagt der Facility-Manager des Klinikums. Er sieht die Mini-Räder als ein gutes Beispiel für Klimaschutz dank regenerativer Energieformen.

Klimaschutz – damit argumentieren auch die Lüdenscheider Stadtplaner, wenn sie den Politikern jetzt empfehlen, die vier geplanten Rotoren zuzulassen, von der Geschäftsführung des Klinikums liebevoll „Kaffeemühlen“ genannt.

Dazu müsste der Bebauungsplan „Kreiskrankenhaus Hellersen“ so geändert werden, dass das Klinikum als Baukörper künftig bis maximal 495,44 statt 485 Meter ü. NN emporragen darf. So wären die vier 13-Meter-Windräder künftig erlaubt – installiert „auf jedem der vier Gebäudeflügel“, hat es Kimmeskamp geplant. Geschätzte Baukosten allein für die Mini-Windräder mit zehn Kilowatt Leistung: 50 000 Euro. Und der Einsatz „in exponierter Lage“ lohne sich, so der Ingenieur. Welcher Hersteller, welches Modell dabei zum Zuge komme, stehe aber noch nicht fest.

Könnten es später möglicherweise mehr als vier Mini-Räder werden?

Kimmeskamp sieht diese Entwicklung nicht: Mit vier sogenannten H-Rotoren sei die Sache ausgereizt.

Ingenieur kalkuliert Bürger-Widerstand ein

Kämen weitere Rotoren hinzu, würden ungünstige „Luft-Verwirbelungen“ entstehen, die einzelnen Anlagen sich „gegenseitig stören“. Sobald auch das geplante Windrad an der A 45 mit maximal rund zwei Megawatt Leistung stehe, so Kimmeskamp, benötige das Klinikum den Strom aus dem öffentlichen Netz eigentlich „nur noch zur Absicherung“. Für alle Windräder zusammen rechnet das Klinikum wie berichtet mit Kosten von drei bis vier Millionen Euro.

Eberhard Demtröder

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