Das aktuelle Wetter Luedenscheid 11°C
Lüdenscheid

Wehmütiger Abschied mit viel Musik

20.06.2007 | 09:35 Uhr

Lüdenscheid. "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Mit viel Musik und Worten von Hermann Hesse nahm Christoph Gängel, 18 Jahre lang Trompetenlehrer an der heimischen Musikschule, am Dienstagabend im Kamme

Wehmut schwang mit in den Worten, die der gebürtige Ostberliner, der in Düsseldorf als Mentor eines Bläserklassenprojekts der Robert-Schumann-Musikhochschule, der Clara-Schumann-Musikschule und des dortigen Humboldtgymnasium eine reizvolle Aufgabe übernimmt, an seine jungen Bläser richtete.

"Ein Abschied von Schülern, die man über lange Jahre begleitet hat, ist schon etwas Schmerzliches. Wir haben zusammen musiziert, und das war eine wunderschöne Zeit."

Im Rahmen eines Vorspiels nahm Christoph Gängel, der 18 Jahre zwischen Düsseldorf und Lüdenscheid pendelte ("Das hat viel Zeit, Kraft und Geld gekostet"), Abschied vom Haus. Junge Talente und fortgeschrittene Könner kamen beim Abschiedskonzert zu Wort.

Mit der "Fanfare for St. Edmundsbury" von Benjamin Britten eröffneten Christoph Gängel und seine langjährigen Trompetenschüler Helge Schmermbeck und Kai Lorkowski, in vielen Gruppen und Ensembles aktiv, den Reigen abwechslungsreicher Darbietungen, mit denen die Kinder und Jugendlichen für ihr Instrument und seine Literatur einnahmen.

Virtuos, auf räumliche Klangwirkung bedacht, meisterten die drei Trompeter das komplexe, polyphone Stück aus dem Jahr 1959, in dem drei Tonarten und drei unterschiedliche Taktarten zusammenfließen.

Am Klavier oder auf der Trompete begleitete Christoph Gängel seine Schüler, die sich allesamt über ein Abschiedsgeschenk ihres Lehrers in Form von Fotos, "Fluch der Karibik"-Noten und CDs freuen durften.

Talente wie Marius Jundt, Phil Thimm, Sebastian Bott und Felix Wallmeier, erst seit kurzem dabei, riefen ihren Zuhörern im voll besetzten Saal manch bekanntes Kinderlied wie "Fuchs du hast die Gans gestohlen" oder "Der Mond ist aufgegangen" in Erinnerung. Sprituals - darunter "Joshua fit the battle of Jericho" und "Nobody knows the trouble I've seen" (Marvin Gruß und Robin Schulz) - machten die Runde.

Auch Ohrwürmer wie "The Entertainer" (Romina Fritsche), flott und zündend vorgetragen, und "Trumpet Tune" (Luis Wenz) erfreuten die Zuhörer im Saal.

Ein Feuerwerk heiterer Klänge brannten Marvin Lisse und Marius Schulte mit der "Feuerwerksmusik" von Händel ab. Südliches Temperament flammte im Beitrag von Alexander Reusch ("La Cucaracha") auf. Eine Klasse für sich war die Ouvertüre aus der "Wassermusik" für George I., die erneut zu Händel und in barocke Zeiten entführte.

Effektvoll meisterten Helge Schmermbeck und Kai Lorkowski mit ihrem Lehrer das prächtig instrumentierte, auf Fernwirkung ausgerichtete Werk, das Händel einst als Freiluftkomposition für das englische Königshaus komponierte.

"Du hast mit deinem Engagement und deiner Liebe zum Instrument zu deinen Schülern ein Band aufgebaut, das unvergleichlich ist", bedankte sich Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann für das langjährige Engagement Christoph Gängels an der heimischen Musikschule.

Die Nachfolge Gängels tritt bekanntlich (WR berichtete) Thomas Wurth an, der seinen Dienst in Lüdenscheid am 1. August aufnimmt.

Von Monika Salzmann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1914972/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Gebete in Lüdenscheid
Bildgalerie
Offenen Kirchen
Pfingsttreffen der Oldtimer
Bildgalerie
MG Car Club
Knochenmühle klappert wieder
Bildgalerie
Museen im MK
Tödlicher Unfall bei Hagen
Bildgalerie
Polizei
Aus dem Ressort
Vandalismus kostet 50 000 Euro im Jahr
STL
Es wird alles kaputt gemacht, was nicht niet- und nagelfest ist. Aber auch das, was eigentlich unzerstörbar scheint. Überall im Stadtbild sind Schäden augenfällig durch sinnlose Zerstörungswut, Schmierereien oder Straftaten mit offenkundigem Vorsatz wie jetzt an der Waldbühne, als in der...
Seit 100 Jahren Gnade Gottes
Freikirche
„Hundert Jahre, wir sind so alt wie die Titanic wurde, aber wir haben den besseren Kapitän“, sagte Rolf Neumann, ein Mitarbeiter der Evangelischen Freikirche Gemeinde Gottes, am Samstag bei der Jubiläumsfeier.