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Auftau-Phase

Wasserrohre bersten reihenweise

14.02.2012 | 00:00 Uhr
Wasserrohre bersten reihenweise
Foto: Guido Raith

Lüdenscheid.Geborstene Wasserrohre, bedingt durch Frost – sie halten derzeit Installateure und auch die Feuerwehr auf Trab. Das Umkleidegebäude am Sportplatz Honsel zum Beispiel ist momentan dicht, weil das Wasser vom Gäste-WC des Dachgeschosses an der Wand entlang durchs Haus läuft. Damit nicht genug: „Wir rechnen verschärft mit Anrufen“, sagt Arndt Kopp vom Kundendienst der Installationsfirma W.A. Schulte an der Altenaer Straße.

Denn: „Wenn es jetzt noch wärmer wird, gibt’s noch mehr Rohre, die undicht oder gerissen sind, eine aufgegangene Lötnaht haben.“ Bei Kopp steht schon sein zwei, drei Wochen „das Telefon nicht mehr still. Wir sind derzeit permanent unterwegs“. berichtet Kopp – „auch an Wochenenden.“ Personell zu schaffen sei das nur, wenn „wir die Prioritäten auf die Notfälle setzen“.

Trockengeräte für Umkleide am Honsel

Unterdessen rücken am Sportplatz Honsel die Fachleute an – mit Trockengeräten, um der Feuchtigkeit in den Räumen Herr zu werden. Der Jugendraum samt WC, aber auch die Büros des LTV 1861 und des Fußballkreises Lüdenscheid im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen sind vorläufig nicht nutzbar, bedauert Dierk Gelhausen vom Fachdienst Schule und Sport im Rathaus. Bewohner des nahen Altenheims hatten den Schaden am Wochenende bemerkt. „Wir haben dann erst einmal den Haupthahn zugedreht“, so Gelhausen. Was bei dem 60 Jahre alten Umkleidegebäude nicht ganz einfach gewesen sei. Bekanntlich ist geplant, es demnächst umfassend zu renovieren – sofern die Stadt dafür Geld locker machen kann.

Eine eingefrorene Leitung, die im Stadion am Nattenberg Duschen uns Umkleiden mit Wasser versorgt, habe man vergangene Woche „mit Heizlüftern und hochgedrehter Heizung“ wieder flott gemacht, so Gelhausen. Der Trainingsbetrieb habe zum Glück weiterlaufen können.

Weitere Fälle dieser Art meldet die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) aus der Turnhalle Kalve und dem Bergstadt-Gymnasium. „Mehr ist es bis jetzt nicht – toi, toi, toi“, gab sich Peter Welter vom ZGW gestern eher gelassen.

Auch Christoph Loos, Geschäftsführer der Lüdenscheider Wohnstätten AG (LüWo) mit rund 2400 Wohneinheiten, meldet vermehrt Rohrbrüche – vor allem in Gebäuden des LüWo-Bestandes, wo „Wasserleitungen im Keller verlaufen“. LüWo-Häuser, in denen nur wenige Wohnungen vermietet sind, seien auch nicht so einfach zu handhaben. Günstig sei es, so Loos, „wenn wir die sogenannte Strangleitung zwischen den Wohnungen leerlaufen lassen können“ – wo kein Wasser, da kein Zufrieren. Außerdem habe man im Vorfeld auch leere Wohnungen „winterfest“ gemacht – etwa, indem man die Heizkörper auf Frostschutz einstellt. Auch Loos rechnet damit, dass Rohr-Platzer jetzt in der Auftau-Phase nach dem großen Frost „vermehrt auftreten“ werden. Doch bis jetzt „hält sich das alles in Grenzen“, beruhigt Loos. „Das war früher schon mal schlimmer.“

„Zwei bis drei Einsätze pro Tag in Sachen Wasserschäden“ – so fasst Stephan Schech von der Leitstelle der Lüdenscheider Feuerwehr die Statistik der vergangenen Wochen zusammen.

Noch „keine Dramatik“ bei den Hauptleitungen

Allerdings für den gesamten Märkischen Kreis. Allein in der Bergstadt seien es zwei Notfall-Einsätze gewesen. Schech spricht unterm Strich von einem „leicht erhöhten Aufkommen“.

„Keine dramatische Situation“ bei den Hauptwasserleitungen im Stadtgebiet meldet momentan Andreas Köster, Sprecher der Stadtwerke Lüdenscheid. Noch nicht. Aber der Frost sei ja auch noch nicht aus dem Boden heraus.

Eberhard Demtröder

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