Vorbeugung – Polizeigespräche zwischen Hamburger und Cola
12.02.2012 | 17:05 Uhr 2012-02-12T17:05:00+0100
Lüdenscheid.Ein Junge spielt im Garten, als ein Fahrzeug durch die Hecke bricht und den Jungen überrollt. Das Kind ist auf der Stelle tot. Der alkoholisierte Fahrer steigt leicht verletzt aus seinem Fahrzeug, während der Vater sein totes Kind im Arm hält. So sieht die Szenerie eines der Schockvideos aus, mit dem die Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag in einem Schnellrestaurant für Vernunft bei der Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen warb.
„Ich kann mir dieses Video sehr schlecht ansehen, musste ich einen solchen Unfall in der Vergangenheit aufnehmen“, steht Lothar Philipps die Betroffenheit ins Gesicht geschrieben. Philipps ist gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Große und Peter Griwalski im Bereich Unfallprävention tätig. „Wir wollen vorbeugend tätig sein, denn im letzten Jahr sind die Unfallzahlen dieser Altersgruppe wieder gestiegen“, verdeutlicht der Verkehrssicherheitsberater.
Im Schnellrestaurant setzten sich die Polizeibeamten an die Tische und kamen mit den jungen Frauen und Männern ins Gespräch.
Erfahrungen im Straßenverkehr
„Wie fahrt ihr?“, lautet meist die Einstiegsfrage. Dass der Großteil darauf mit „vernünftig“ antwortete, ist für die Beamten nichts ungewöhnliches. „Selbst sieht man das ja immer so. Und als junger Mensch waren wir auch nicht anders“, so Philipps.
Gemeinsam wird über Erfahrungen im Straßenverkehr geredet, die die jungen Menschen selbst gemacht haben. Bei einer Gruppe 17- bis 19-Jähriger kommt als Ausrede für schnelleres Fahren: „Zeit ist doch Geld.“ Dies lässt der Verkehrssicherheitsberater nicht gelten lassen: „Das bringt dir aber nichts, wenn du dann einen Unfall baust.“
In ihren Gesprächen appellieren die Beamten zumeist an die Vernunft der Fahrerinnen und Fahrer. „Keiner will im Rollstuhl sitzen. Weder Fahrer, Mitfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer. Erst recht will niemand sterben oder jemanden töten.“ Unfälle können schnell passieren, niemals hat jemand die Absicht dazu, doch dies mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren ist oft das Schwierigste überhaupt.
Am Ende richtet der Beamte einen letzten Appell an die sich bereits verabschiedenden jungen Verkehrsteilnehmer: „Ich hoffe, dass bei euch etwas hängen bleibt. Es ist euer Leben.“
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