Texte von trainierten Schimpansen
27.08.2010 | 22:18 Uhr 2010-08-27T22:18:00+0200
Lüdenscheid.Es knistert in der Luft. Die Ruhe vor dem Sturm. Anspannung. Draußen kämpfen Wind und Regen. Aber das wahre Unwetter ist innen: Wortgewitter in der Gaststätte Dahlmann. Beim Poetry Slam „World of Wordcraft“ texten sieben Poeten um die goldene Feder.
„Ich dreh mich im Kreis, während du im Dreieck springst. Unsere Bauklotzliebe passt einfach nicht zusammen“, heißt es in einem Text vom Schriftstehler. – Die Sache zwischen Publikum und Slammer war aber ein rundes Ding: Das Publikum brach in Freudentränen aus. Vor allem Thorsten Sträter honorierte das Publikum, das auch gleichzeitig Jury war, diese Runde für Runde mit hohen Punkten. Er war schließlich auch der Gewinner des Abends, der Macher vieler Lachfalten. So einen Text zu schreiben, sei gar keine so hohe Kunst, vielleicht hätten ihn auch trainierte Schimpansen schreiben können, erzählte er in einem seiner Texte.
Würze fehlt beim
Poetry Slam nicht
Während dessen zittern hinter der Bühne die anderen Slammer. Hinter dem Vorhang gehen sie auf und ab, ab und auf, warten auf ihren Auftritt, gehen die Texte noch mal durch. So auch zwei Lüdenscheider: Daniel Martin und Fabian Paffendorf waren die Männer in der Lederjacke. Sie waren beides schon Gewinner der ersten Poetry Slams in Lüdenscheid. Doch die Mitstreiter aus Münster, Dortmund und Umgebung sind stark – Martin und Paffendorf schaffen es nicht über die erste Runde hinaus.
„Die Konkurrenz war krass“, sagt Martin.. „Es tut aber gut, zu sehen, dass auch die Profis vor ihrem Auftritt noch zittern.“ Nach den Beiträgen der Konkurrenz, lodert das Feuer aber erst richtig auf: „Jetzt will ich's auch, ich will genauso gut sein“, so Martin.
Auslöser des Wortsturms war Marian Heuser. Dem Herscheider (Student in Münster und selbst Slammer) folgten die Großen der Szene bis nach Lüdenscheid. Jerome Arn aus Nordwalde: „Ich wollte ein bisschen Kultur in die Provinz bringen“, sagt er und schmunzelt. Sein eigentlicher Antrieb ist seiner Initiative „Poeten gegen Analphabetismus“. Er selbst hat erst spät das Schreiben gelernt.
Das Publikum hing den Slammern (Striftstehler, Andi Substanz, Paffendorf, Martin, Sina, Jerome, Sträter) bis zur letzten Silbe an den Mündern. Auch Heuser war zufrieden: Der Poetry Slam in Lüdenscheid war fast so scharf wie sein Homeslam in Münster: Das Peperoni. Würze fehlte jedenfalls in Lüdenscheid keine.
15:11
Der BaukotzText ist von SCHRIFTSTEHLER! Nicht von mir. Aber danke.
Sträter
11:44
...an dem Text stimmt nur, dass Sträter gewonnen hat - alles andere ist falsch. Leider. Namen, Zitate und HIntergrundinformationen, alles falsch. Schade.