Das aktuelle Wetter Luedenscheid 11°C
Kultur

Strip im Silberslip: Ingo Appelt lässt die Hüllen fallen

22.01.2010 | 18:24 Uhr
Strip im Silberslip: Ingo Appelt lässt die Hüllen fallen

Lüdenscheid. „Wer Lüdenscheid kennt, dem gefällt's überall!” Kreischende Frauen und grölende Männer - wer sagt's denn, klappt doch auch am „Arsch der Welt” - bereiteten Comedian Ingo Appelt im Kulturhaus wunschgemäß einen enthusiastischen Empfang. Höhepunkt der Show war sein Strip im Silberslip.

Einmal in Fahrt, war der gebürtige Essener - als Enfant Terrible der deutschen Comedy-Szene geliebt und verschrien - nicht mehr zu bremsen und hielt seine Fans satte drei Stunden mit deftigen Pointen bei Laune. Im Gepäck führte er sein aktuelles Programm „Männer muss man schlagen”, was nicht hieß, dass sich nicht auch die Frauen („Göttinnen”) warm anziehen mussten.

Männer sind eine Katastrophe

Strip im Silberslip: Ingo Appelt macht sich über seine Wampe lustig.

„Männer sind eine einzige Katastrophe. Die machen nur Scheiße. Wozu braucht eine Frau denn einen Mann?”, sah er das männliche Selbstverständnis über den Haufen geworfen. Beschützer, Ernährer, Erzieher, Held oder unersetzlicher Bastler und Renovierer? Alles Schnee von gestern. Macht „Frau” heute alles selbst. Allenfalls kochen dürfen Männer noch, wie's das Fernsehen tagtäglich zeigt.

Über das Rudelverhalten von Männern, „Schläfer” beim Beruferaten („Welches Schweinderl hätten's denn gern? - Gar keins, ich bin Moslem!”), Rentner, die bei explodierenden Rentenbeiträgen nicht explodieren wollen, und Politiker, die bei Bundesmutti Angela Merkel in der Versenkung verschwinden, machte sich der Terminator der Comedy bissig und zupackend, liebend gern auch unter der Gürtellinie Gedanken. Fest im Griff hatte Appelt, der selbst einen heißen Strip nicht scheute und sich im Silberslip selbstironisch über seine Wampe lustig machte, seine Fangemeinde im voll besetzten Haus.

Der freche Charmeur nimmt kein Blatt vor den Mund.

Mit 42 Jahren und drei Kindern war das berühmte Wort mit „f” am Anfang "nicht mehr so mein Ding", was er allerdings gut zu tarnen wusste. Weder den Papst noch die verniedlichten, verweichlichten Fußball-Helden Poldi, Schweini, Klinsi und Jogi vergaß der freche Charmeur, der kein Blatt vor den Mund nahm und seinen sichtlich amüsierten Fans seine Erkenntnisse unverblümt ins Gesicht schleuderte, bei seinem Rundumschlag auf die Männer- und eingeschlossene Frauenwelt.

Rundumschlag auf Kollegen

Michael Schumacher? Auch kein Held mehr, vor dem Appelt Hochachtung hatte! „Da kann man nur mit 'nem großen Knall aufhören”, meinte er lapidar. „Nicki Lauda, der hat noch gebrannt für seinen Job!” Ein Highlight im Programm war der Rundumschlag auf seine Comedy-Kollegen, Filmstars und Promisänger, die er mit verstellter Stimme witzig und zupackend auf die Bühne bestellte.

Fernsehstars aus NRW

Als „Männer, wo man den Kindern sagt: 'Nicht lachen, der Onkel ist krank'" outete er die spaßtreibende Zunft. Zu Helge Schneider, Mario Barth, Grönemeyer, Westernhagen & Co. führte seine Imitationslust.

Monika Salzmann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2423923/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Gebete in Lüdenscheid
Bildgalerie
Offenen Kirchen
Pfingsttreffen der Oldtimer
Bildgalerie
MG Car Club
Knochenmühle klappert wieder
Bildgalerie
Museen im MK
Tödlicher Unfall bei Hagen
Bildgalerie
Polizei
Aus dem Ressort
Vandalismus kostet 50 000 Euro im Jahr
STL
Es wird alles kaputt gemacht, was nicht niet- und nagelfest ist. Aber auch das, was eigentlich unzerstörbar scheint. Überall im Stadtbild sind Schäden augenfällig durch sinnlose Zerstörungswut, Schmierereien oder Straftaten mit offenkundigem Vorsatz wie jetzt an der Waldbühne, als in der...
Seit 100 Jahren Gnade Gottes
Freikirche
„Hundert Jahre, wir sind so alt wie die Titanic wurde, aber wir haben den besseren Kapitän“, sagte Rolf Neumann, ein Mitarbeiter der Evangelischen Freikirche Gemeinde Gottes, am Samstag bei der Jubiläumsfeier.