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Aids

Spiel mit dem Feuer zieht sich durch Karnevalszeit

12.02.2010 | 16:54 Uhr
Spiel mit dem Feuer zieht sich durch Karnevalszeit

Märkischer Kreis. Das Spiel mit dem Feuer beginnt - auch in der jecken Zeit - oft beim ungeschützen Sex. „Drei Monate nach Karneval, Silvester oder nach Sommerurlauben haben wir Hochbetrieb”, sagt Rudolf Mann von der Aids-Beratung des Märkischen Kreises.

Ausgerechnet in diesen tollen Tagen legt die Beratungsstelle dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales seinen Jahresbericht 2009 zum Thema Aids vor. Ein Urlaubsflirt, zu viel Alkohol, enthemmte Partystimmung – das Spiel mit dem Feuer beginnt beim ungeschützen Sex, oft auch in der Karnevalszeit.

930 Beratungsgespräche führte die Beratungsstelle im vergangenem Jahr rund ums Thema sexuelle Gesundheit und Krankheiten. Damit bleibt die Anzahl im Vergleich zu den vier vorherigen Jahren nahezu konstant. 72 HIV-Antikörpertests wurden gemacht, im Trend sind die Zahlen dabei leicht rückläufig (Vergleich 2005: 96 Tests).

Jede Altersgruppe betroffen

Aus diesen Zahlen lässt sich aber nicht ablesen, wie viele Menschen im Märkischen Kreis mit Aids/HIV positiv leben, denn: „HIV hat eine Inkubationszeit von acht bis zwölf Jahren. Viele Menschen wissen deswegen wahrscheinlich gar nicht, dass sie infiziert sind.” Rudolf Mann schätzt die Zahl der Betroffenen auf 400. Das sei aber nur ein statistischer Wert. Definitiv seien nur die Fälle, die er selber kennt. „Zur Zeit wenden sich 80 Betroffene an unsere Stelle.”

Betroffen sei jede Altersgruppe, Nationalität und Religion. „Vom jungen Homosexuellen, der es eigentlich besser wissen sollte, bis hin zur 60–Jährigen, die sich durch einen neuen Lebenspartner ansteckte.” Es schienen sich allerdings viele Klienten im Alter von über 40 Jahren infiziert zu haben.

Klassische Situation

„Karneval ist die klassische Situation nach der die Leute zu uns kommen”, so Rudolf Mann. Drei Monate nach einer möglichen Infektion lässt sich ein HIV-Antikörpertest machen, erst dann sei er verlässlich. Dieser ist anonym, ebenso wie die Labormeldepflicht bei einem positiven Ergebnis.

„Aber die Leute wollen nicht daran erinnert werden. Sie sorgen sich eher um Schweinegrippe. Dennoch bleibt das Kondom die einzige Möglichkeit, sich vor einer Schwangerschaft und vor Aids zu schützen”, erklärt Mann.

Stefanie Sachse

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