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Familienzentren

Sie werden es wieder tun

08.02.2010 | 21:42 Uhr

Lüdenscheid. Sie werden es wohl wieder tun: Die ersten Familienzentren des Landes, zwei davon in Lüdenscheid, stehen in diesem Jahr vor der Entscheidung, sich aufs Neue zertifizieren zu lassen, um das Gütesiegel des Landes und eine jährliche Zuwendung von 12 000 Euro zu behalten

 Direkt betroffen sind von der Rezertifizierung das städtische „effzett”-Familienzentrum am Hebberg und das des SOS-Kinderdorfs. In beiden Einrichtungen, 2006 als Pilotprojekte gestartet, steht man inhaltlich auch nach den ersten Jahren voll hinter dem Konzept der Familien- und Stadtteilorientierung.

Kein Ausgleich für Doppelbelastung

Das "effzett" und das SOS Kinderdorf waren 2006 Pilotprojekte.

Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede bei den Voraussetzungen. Am Hebberg unter städtischer Trägerschaft wurde auch in den Jahren zuvor weitgehend so gearbeitet, wie es das Konzept der Familienzentren vorgibt. Durch Hortbetrieb, niedrigschwellige Angebote und enge Vernetzung im Stadtteil waren die Vorgaben des Landes inhaltlich weitgehend erfüllt, wie die Leiterin der Einrichtung, Gabi Zirm-Schrenner, jetzt im WR-Gespräch sagte.

Allerdings: das „effzett” hat für die Doppelbelastung keine zusätzlichen personellen Ressourcen erhalten. In der Praxis, so die Leiterin, bleibe die konzeptionelle Arbeit wesentlich bei der Leitung der Einrichtung, und zwar auch deshalb, weil die Kolleginnen bereits durch den engen Personalschlüssel des Kinderbildungsgesetzes Kibiz keinerlei zeitliche Ressourcen mehr hätten. Noch deutlicher formuliert das Ursula Speckenbach, Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten der Stadt. Das Konzept Familienzentrum sei im Grundsatz gut, die Rahmenbedingungen aber müssten besser sein. Dazu gehöre zumindest die Freistellung der Leitung, um die Aufgaben tatsächlich auch erledigen zu können.

Im SOS-Kinderdorf, wo Anfang Dezember Detlef Palme das Projekt von Thomas Bornemann übernommen hat, sind die Voraussetzungen vergleichsweise besser. Mit dem SOS-Kinderdorf als vergleichsweise starkem Träger im Rücken, konnte die Kita Rappelkiste immerhin eine halbe Stelle zusätzlich eigens für das Familienzentrum einrichten. Damit sei zum einen eine deutlich bessere Vernetzung im Stadtteil Dickenberg gelungen – wesentlich wohl auch durch den Ansatz, einen Anlaufpunkt unter einem Dach für alle Familien anbieten zu können. Eltern finden dort selbstständige Praxen für Logopädie und Ergotherapie sowie gezielte Beratung für verschiedenste Problemlagen vor.

Eine Schwierigkeit haben die Piloteinrichtungen in den nächsten Monaten dann aber wieder gemeinsam: Völlig unklar ist derzeit noch, wie das Zertifizierungsverfahren abläuft, wer die Zertifizierung vornimmt und wer sie bezahlt. Hier Klarheit herzustellen, sei eigentlich Aufgabe des Landes, heißt es unisono. Die Situation sei im Moment „nicht ganz befriedigend”.

Florian Hesse

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