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Lüdenscheid

Schlichter Titel verbirgt ungewöhnliches Werk

21.12.2007 | 17:19 Uhr

Lüdenscheid. Schlicht "Musik für Gitarre und Orgel" heißt eine neue CD, druckfrisch auf dem Markt, die aus der Feder der beiden heimischen Musiker Andreas Koch (Gitarre) und Frank Zabel (Orgel) stammt.

Ungewöhnlich und gewagt ist die Begegnung der beiden Instrumente, für deren Miteinander es so gut wie keine Originalliteratur gibt. Frappierend ist das Ergebnis, das den zarten Saitenklängen, geringfügig verstärkt, die Klangfülle der mächtigen Orgel an die Seite stellt. Eingespielt haben die beiden Musiker ihr originelles, virtuoses Werk in der Jesus-Christus-Kirche in Meinerzhagen.

Mit Werken von Joaquin Rodrigo, eigens für den Dialog von Gitarre und Orgel bearbeitet, und Frank Zabel ist ihnen ein glücklicher Wurf gelungen. Zu hören sind Transkriptionen des 2. Satzes von Rodrigos berühmtem Concierto de Aranjuez sowie die Fantasia para un gentil hombre.

Aus der Feder des Lüdenscheiders Frank Zabel (Hochschulprofessor in Düsseldorf), dessen Kompositionen regelmäßig bei internationalen Festivals in Europa, den USA und Asien aufgeführt werden, stammen die Meditation für Orgel ("...vereinzelt, und doch...") und ein neues Werk für Gitarre und Orgel, das "Unwillkürlich" heißt und sich von den Bildern der Kölner Künstlerin Sandra Zarth inspiriert zeigt. Ihre Bilder, 2004 während ihrer Zeit als Stipendiatin der Othmar-Alt-Stiftung entstanden, sind es auch, die das Booklet der CD schmücken.

Just dem Werk, das Joaquin Rodrigos lang anhaltenden Ruhm als führender spanischer Komponist begründete, widmen die beiden Virtuosen im Concierto de Aranjuez, 1939 in Barcelona uraufgeführt, ihr Augenmerk. Der 2. Satz, der auf der CD erklingt, ist ein Klagegesang, eine Elegie in h-Moll, in der Rodrigo einen Schicksalsschlag - den Tod seines erstgeborenen Kindes - verarbeitet.

Seelenlage erforscht

Für die CD haben Andreas Koch und Frank Zabel den Orchesterpart des ursprünglichen Gitarrenkonzerts im Stil eines sog. Live-Arrangements, zuvor nicht festgelegt, auf die Orgel übertragen. Ähnliches gilt für die Fantasia para un gentil hombre, Rodrigos zweites Gitarrenkonzert, eine Hommage an den Gitarristen Andrés Segovia.

Keine Bildvertonung im herkömmlichen Sinn ist "Unwillkürlich", das neue Werk von Frank Zabel, das die Klangfarben der Orgel ganz in den Dienst des musikalischen Ausdrucks stellt. Die Seelenlage der Künstlerin Sandra Zarth sucht der Lüdenscheider in den Bildern wie in seiner Musik zu erforschen. Herausgekommen ist eine Musik, in der sich Spielfreude und Nachdenklichkeit auf engem Raum begegnen.

Von fragmentarischem Charakter ist die Orgelmeditation, deren Widmungsträger Mathias Baumeister ist. Erhältlich ist die CD zum Preis von 14,95 Euro im Musikhaus Auth, in der Buchhandlung Schmitz in Meinerzhagen sowie bei MIB und in der Buchhandlung Timpe in Kierspe. Ferner bei Konzerten, bei denen Andreas Koch und Frank Zabel ihre "Musik für Orgel und Gitarre" in Kürze vorstellen. In Lüdenscheid findet das CD Release Konzert am 16. Februar (18 Uhr) in der Kirche St. Petrus und Paulus statt. Öffentlich uraufgeführt wird dabei das neue Zabel-Stück auf Bilder von Sandra Zarth, das gegensätzliche Elemente - dumpfe Klangflächen und bizarre Sprünge, meditative Akkorde und virtuose Läufe - auf engem Raum zu einem vielschichtigen Ausdruck vereint.

Von Monika Salzmann

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