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Rollstuhl passt nicht durchs Treppenhaus

24.06.2008 | 18:19 Uhr
Rollstuhl passt nicht durchs Treppenhaus

Meinerzhagen. Viele Menschen wollen Sören Gebauer und seiner Familie helfen. Der 14-Jährige ist nach einen tragischen Unfall auf dem Gelände des Schulzentrums Auf der Wahr querschnittsgelähmt.

Sein Schicksal berührt viele. Erst gestern haben die Kollegen aus Vaters Lothars Abteilung bei Otto Fuchs ein prall gefülltes Sparschwein überreicht. Freunde sind aktiv, Behörden sichern unbürokratisches Handeln zu.

Ortstermin am Haus Gerichtstraße 6. Silke und Lothar Gebauer leben hier seit 18 Jahren. Später kamen die Kinder Marvin (15) und Sören (14) dazu. Die Familie möchte die Eigentumsanlage nicht verlassen. Die Mitbewohner bilden eine schöne Hausgemeinschaft, in der Umgebung leben die Freunde und Bekannten. Wie aber soll Sören, der nach seinem Unfall ab dem fünften Rückenwirbel querschnittsgelähmt ist, die vielen Barrieren überwinden?  Darum kümmert sich Vater Lothar zurzeit sehr intensiv. Gestern traf er sich mit Beatrix Dust und Norbert Dittmann. Beatrix Dust ist Dipl.-Ing.-Architektin und beim Märkischen Kreis zuständig für Wohnungswesen. Dipl.-Ing. Norbert Dittmann ist Abteilungsleiter Technik bei der Meinerzhagener Baugesellschaft. Sie beratschlagten, wie Sören künftig Zugang zur Wohnung erhalten kann, die im ersten Stock der Eigentumsanlage an der Gerichtstraße liegt. Ein Lift im Treppenhaus kommt kaum infrage. Das war nach der ersten Inaugenscheinnahme durch die Fachleute klar.  Die günstigste Möglichkeit wäre ein Außenlift, der zum Balkon der Wohnung führt. Von dort aus könnte Sören alle Zimmer erreichen. Die Anfahrt im Rollstuhl könnte über eine Zuwegung durch den Vorgarten erfolgen. Die weitere technische Beratung will die Baugesellschaft übernehmen. Sie befasst sich zurzeit mit dem Thema Liftanlagen, die älteren Menschen den Zugang zu MBG-Wohnungen erleichtern sollen. „Prüfen Sie die Angebote und stellen Sie Ihren Antrag”, sagte Beatrix Dust vom Märkischen Kreis gestern. Sie sieht keine Probleme.

Am Sonntag beim Sponsorenlauf 

 Zugleich wies sie Lothar Gebauer auf günstige Darlehen hin, die die Familie für Umbauten innerhalb der Wohnung erhalten kann, beispielsweise für den Einbau einen bodengleichen Dusche oder ein unterfahrbares Waschbecken. Wie er vor dem Umbau in der elterlichen Wohnung klar kommt, wird Sören am Sonntag testen können. Wahrscheinlich darf er seine Reha in Bochum unterbrechen, um den Sponsorenlauf im Stadion verfolgen zu können. „Vorher muss ich aber unbedingt an meinen Computer”, hat er Vater Lothar schon angekündigt. Er will die E-Mails lesen. Es werden Mengen sein. Am Sonntag darf er über die Terrasse und durch die Wohnung einer Mitbewohnerin in sein Zimmer gefahren werden, berichtete gestern Lothar Gebauer. „Das kann aber nicht die Dauerlösung”, sagt er. Dann packt er die Unterlagen zum Thema Lifte, die ihm Norbert Dittmann mitgebracht hat, zu seinen Unterlagen.

Wolfgang TEIPEL

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