Recht auf würdevollen Tod
15.02.2010 | 16:31 Uhr 2010-02-15T16:31:00+0100Lüdenscheid. Das Jahresprogramm 2010 hat die Lüdenscheid-Gruppe des Vereins für Sterbe- und Trauerbegleitung „Die Brücke” jetzt vorgelegt.
Jeder Mensch hat das Recht auf einen würdevollen Tod; wenn eben möglich in seiner vertrauten Umgebung, im Kreise von Familie und/oder Freunden. Doch viele dieser Menschen fühlen sich mit der Betreuung eines Sterbenden physisch und psychisch überfordert.
Hier setzt das Engagement der ehrenamtlichen Helfer der „Brücke” an. Sie wollen dem Kranken auch auf geistiger, seelischer und spiritueller Ebene zur Seite stehen – mit Reden, Schweigen oder auch nur Zuhören, mit Aushalten, auch wenn nichts mehr zu tun ist, mit dem Zulassen von Handlungen eines Sterbenden und dessen Angehörigen, selbst wenn sie unverständlich scheinen. Neben den für die etwa 13 in der Begleitung aktiven Menschen stattfindenden Treffen gibt es auch Informationsabende für alle am Thema interessierten Bürger.
Aushalten, wenn nichts mehr zu tun ist
Besonders am Herzen liegt Sigrun Haagen, eine der „Brücke”-Ansprechpartnerinnen in Lüdenscheid, gleich der nächste Abend am 22. Februar mit dem Titel „Dann habe ich noch Aids am Bauch” von Dr. Andreas Bellmunt und Wolfgang Becker aus der HIV-Schwerpunktpraxis Dortmund.
Den Buch-Bestseller „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott” von William Paul Young stellt am 22. März Julia Ducke von der Schwerter Gruppe der „Brücke” vor.
Professor Dr. Johannes Friemann vom Klinikum Lüdenscheid spricht am 26. April über das Thema „Der Tod lehrt die Lebenden”. Dabei geht es um Obduktion als Instrument der Qualitätssicherung in der Behandlung von schwerkranken Patienten.
Für den 28. Juni plant die Lüdenscheider „Brücke” eine Sonderveranstaltung im Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum; nähere Informationen erfolgen rechtzeitig.
Ein Erfahrungsaustausch für ehrenamtlich Tätige – eine gemeinsame Veranstaltung von Sterbebegleitung und Besuchsdienst – findet am 14. Juli in Schwerte statt.
Almut Ledwig, Leiterin des Hospizes im Ilse-Maria-Wuttke-Haus in Schwerte, kommt am 23. August in die Bergstadt. An diesem Abend geht es um „Lehrmeister sind die, die gehen”. Daraus ergeben sich Fragen wie: Aber wohin mit meiner Trauer? Was gibt Halt, wo liegen die eigenen spirituellen Kraftquellen?
In den Filmpalast an der Werdohler Straße lädt die „Brücke” für den 27. September ein. Gezeigt wird nur an dem Abend der Streifen „Seelenvögel”. Die Autoren dieses Dokumentarfilms begleiteten drei Jahre lang leukämiekranke Kinder und deren Familien.
Anknüpfend an diesen Film steht der Abend am 25. Oktober, der mit dem Zitat eines Mädchens aus „Seelenvögel” betitelt ist: „Hört das Leben nach dem Tod auf – oder fängt es vielleicht wieder neu an?”. Die Kinder- und Jugendärztin Dr. Patrizia Caracciolo aus Münster und die Diplom-Psychologin Ce´cile Droste aus Münster berichten über die Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der Kinderschmerz- und Palliativmedizin.
Krankenhausseelsorgerin Bettina vom Brocke spricht schließlich am 22. November unter dem Motto „Erste Hilfe für Leib und Seele” über Erfahrungen in der Notfallseelsorge.
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