Protestnote
15.02.2010 | 21:56 Uhr 2010-02-15T21:56:00+0100Lüdenscheid. Eine scharfe Protestnote haben 23 ehrenamtliche Mitarbeiter des Amalie-Sieveking-Hauses an den Vorstandsvorsitzenden des Perthes-Werks, Pfarrer Dr. Werner Ruschke, gerichtet.
In einem Offenen Brief kritisieren sie eine Reihe personeller Maßnahmen des Altenheim-Trägers im Zusammenhang mit einer Überprüfung der Einrichtung an der Sedanstraße durch den so genannten Pflege-TÜV. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) soll das Sieveking-Haus in Teilbereichen schlecht benotet haben.
Der langjährige Heimleiter, Peter Osterkamp, hatte, wie berichtet, mit Bekanntwerden der schlechten Noten im Qualitätsbereich Pflege und medizinische Versorgung erklärt, im Sommer seinen Posten zu räumen. Während die Sprecherin des Perthes-Werks jeden Zusammenhang zwischen dem Rücktritt Osterkamps und dem Prüfungsergebnis abstritt, ist in dem Offenen Brief der ehrenamtlichen Mitarbeiter von zwei leitenden Schwestern die Rede. Eine sei bereits nach Menden „strafversetzt” worden, sagte Elke Langenbach, die den Brief unterzeichnet hat, auf Anfrage der WR. Der zweiten leitenden Schwester sei gekündigt worden, sie werde im Herbst ihren Arbeitsplatz verlieren.
In dem von 23 Ehrenamtlichen unterzeichneten Schreiben an Ruschke heißt es: „Als Ehrenamtliche haben wir versucht, das Personal des Amalie-Sieveking-Hauses in der Form zu unterstützen, dass mehr Zeit an Zuwendung für die Hausbewohner vorhanden ist.
Einige sagen: „Dann hören wir auf”
Nun hat Ihre Rüge an das Personal bei der Vollversammlung im Januar dieses Jahres einen Mangel an Dokumentation (bürokratische Tätigkeit) als Hauptgrund gehabt. Daraus schließen wir, dass die durch unseren Einsatz ersparte Zeit des Personals in Zukunft helfen soll, bürokratische Tätigkeiten zu erledigen. Darunter wird die bisherige persönliche Zuwendung an die Bewohner durch die Mitarbeiter sicherlich leiden. Ein solches Ergebnis wollen wir als Ehrenamtliche nicht erzielen und fördern.
In diesem Zusammenhang sollten Sie noch wissen, dass die vollzogenen Personalkonsequenzen für uns absolut unverständlich sind. Dieses Vorgehen ist eines christlichen Trägers unwürdig.” Bei den Ehrenamtlichen sitzt der Frust tief. Einige, sagte Elke Langenbach, hätten schon gesagt: „Dann hören wir auf.”
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