Porsche versteckt – Haft
19.04.2011 | 18:20 Uhr 2011-04-19T18:20:00+0200
Lüdenscheid.Er hatte zu den großen, bösen Jungs gehören wollen. Also hatte ein 27-jähriger Lüdenscheider seine Garage für einen als gestohlen gemeldeten Porsche Cayenne zur Verfügung gestellt. Gestern stand er wegen Beihilfe zum Betrug vor dem Amtsgericht. Das Geld war knapp gewesen, einen Job hatte er auch nicht in Aussicht gehabt, die Unzufriedenheit war täglich gewachsen.
Versicherung sollte zur Kasse gebeten werden
In dieser Lage hatte aus seiner Sicht offenbar nichts näher gelegen, als sich denen anzuschließen, die ein „bisschen“ Geld nebenher mit Gaunereien und Diebstählen gemacht hatten – im großen Stil, landesweit und ohne ihn.
Laut Anklage hatte der gesondert verfolgte Besitzer eines geleasten Porsche im Jahr 2008 entschieden, dass ihm die monatlichen Raten zu hoch werden und die Luxuskarosse verschwinden soll, um dann die Versicherung zur Kasse zu bitten. Zwei Komplizen hatten den Porsche daraufhin entsorgt. Allerdings war etwas schief gelaufen, das Auto war kaum noch fahrtüchtig gewesen und auf Umwegen in der Garage des hilfsbereiten Lüdenscheiders gelandet.
Offensichtlich nicht der einzige Deal der Bande, zu der der 27-Jährige so gerne gehört hätte. Ein früherer Helfer hatte schließlich die Seiten gewechselt, nachdem er sein Geld nicht bekommen hatte. Er hatte sich an einen privaten Ermittler gewandt, hatte Infos gegen Bares geboten. Zwei betroffene Versicherungen hatten 10 000 Euro auf den Tisch gelegt. Das Vöglein hatte gesungen, das Blatt hatte sich gewendet – deutlich zu Ungunsten der Bande. Über Telefon-Überwachungen waren Ermittler den Mitgliedern Schritt für Schritt auf die Schliche gekommen, hatten schließlich den „schwarzen Blitz“ in der Garage des Lüdenscheiders sichergestellt.
Mitgefangen, mitgehangen: Gestern saß der 27-Jährige auf der Anklagebank. Neben der Beihilfe wurde ihm außerdem vorgeworfen, bei einer Probefahrt mit einem Motorrad getürmt zu sein – mit dem 12 000-Euro-Bike. Der Angeklagte präsentierte sich cool, kaute demonstrativ auf einem Kaugummi herum.
Angeklagter streitet Vorwürfe ab
Über seinen Verteidiger Heiko Kölz ließ er ausrichten, die Vorwürfe träfen nicht zu. Er habe nur seine Garage zur Verfügung gestellt. Für diese Hilfsbereitschaft kassierte er letztlich sechs Monate Haft auf Bewährung. Der Vorwurf hinsichtlich des Motorrads wurde eingestellt. Das Urteil ist rechtskräftig.
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