Passkontrolle am Grüncontainer
14.04.2010 | 23:14 Uhr 2010-04-14T23:14:00+0200
Märkischer Kreis.Hecke schneiden, aufladen und zum Grüncontainer bringen – haben sie dabei auch an ihren Personalausweis gedacht? Immer mehr Kommunen im Kreis verlangen einen Nachweis, dass die Anlieferer auch ihre Bürger sind.
Zuletzt hat die Stadt Meinerzhagen die Gesichtskontrolle am Grüncontainer eingeführt, „weil immer mehr Leute aus den Nachbarstädten kamen, um bei uns ihren Grünschnitt kostenlos zu entsorgen“, erklärt Rathausmitarbeiterin Christine Spottke. Kostenlos ist die Annahme am Baubetriebshof nach wie vor. Die Kosten werden in die allgemeinen Müllgebühren eingerechnet. Spottke: „Unsere Bürger sollen doch nicht für den Grünabfall anderer Leute bezahlen.“
Wie stark der Meinerzhagener Bauhof von Grünabfall- Touristen besucht wurde, sei nicht nur an der stetig steigenden Menge ablesbar gewesen, berichtet die Mitarbeiterin der Stadt . „Es gab ein regelrechtes Verkehrschaos mit Rückstau bis auf die L 539.“ Aus allen Nachbarstädten, wo die Grünschnittentsorgung Geld kostet, seien die Leute nach Meinerzhagen gereist. Autokennzeichen der Nachbarkreise OE und GM enttarnten zwar manchen Touristen, Anlieferer aus anderen MK-Städten, z.B. Kierspe, wo Grünschnitt in kostenpflichtigen Säcken gesammelt wird, fielen ohne Ausweiskontrolle aber nicht auf.
„Was sagt mir denn der Ausweis?“, fragt Horst Hein von den Stadtwerken Neuenrade. In der Hönnestadt ist die Grünschnittannahme weiterhin kostenlos. „Wenn ich einem Balver einen Gefallen tun will, fahre ich ihm den Baumschnitt ab.“
Hin und wieder fielen den Mitarbeitern zwar fremde Gesichter auf, dennoch hält Hein die Menge angelieferten Grünschnitts aus Nachbarstädten für gering. Ein Grund dafür könnte die Regelung in Werdohl sein: Am Bringhof müssen sich die Anlieferer legitimieren, zwei Container im Stadtgebiet können unkontrolliert befüllt werden, erklärt Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel.
Neuenrader Gartenbesitzer haben sogar doppelten Vorteil: die Stadt schreddert den Grünschnitt und verschenkt einen Teil davon als Mulch an ihre Bürger. Der Rest geht auf dem Weg des Anschlusszwangs an den Märkischen Kreis. In Wald und Flur finden die Neuenrader Förster eher wenig Gartenabfälle. „Wenn die Abgabe Geld kostet, wächst erfahrungsgemäß die wilde Entsorgung“, sagt Hein.
Kostenlos nimmt auch das STL in Lüdenscheid Grünschnitt entgegen. Um die Bürger aber nicht mit den Kosten der Fremdanlieferungen zu belasten, „kontrollieren wir stichprobenartig“, so STL-Sprecher Heino Lange. Nicht-Lüdenscheider zahlen 25 Euro pro Anlieferung haushaltsüblicher Grünschnittmenge.
15:00
Muß nicht sein.