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Hygiene

Neue Sorge in der Tagespflege

10.02.2012 | 00:00 Uhr
Neue Sorge in der Tagespflege
Häufig dürfen die Kinder beim Kochen helfen. Tagesmütter und Verantwortliche für die Tagespflege sind in Sorge, ob das dauerhaft so bleiben darf. In der Diskussion auf Landesebene ist ein 20-seitiger Hygiene-Leitfaden.

Lüdenscheid.Ein Haarnetz beim Kochen, ein zweiter Kühlschrank und eine lückenlose Kühlkette vom Einkauf bis zum Eisschrank? Meldungen zu EU-Verordnungen und der Umsetzung auf Landesebene, was die Kinderbetreuung durch Tagesmütter angeht, lassen Politik und Jugendämter zurzeit nicht unberührt.

„Was kommt da auf die Tagesmütter zu?“, hatte Ursula Meyer (CDU) in der vergangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses angefragt. Die Antwort ist: Es weiß noch keiner. Eine Verordnung der EU definiert Tagesmütter als „Lebensmittelunternehmer“ mit entsprechend strengen Auflagen.

Anfrage auch im Jugendhilfeausschuss

Doch auf Landesebene sieht man offenbar Spielraum, was eventuelle Auflagen für die Tagesmütter angeht. Im Gespräch ist ein „Hygieneleitfaden“, an dem sich Tagesmütter orientieren sollen, doch in Panik verfällt man in Lüdenscheid nicht.

„Darüber mache ich mir Gedanken, wenn das Gesetz rauskommt. Dann entscheide ich, ob ich die Arbeit weitermachen kann oder nicht“, sagt zur neuen Lage pragmatisch eine Tagesmutter im Gespräch mit der WR.

Und auch für Hermann Scharwächter, Leiter des Jugendamts, ist das Thema so neu gar nicht. Hygienevorschriften seien ein wesentliches Thema der 160-stündigen Ausbildung, die die Tagesmütter zur Qualifizierung durchliefen – und offenbar mit Erfolg. Ihm seien aus den vielen Jahren keine Fälle bekannt, dass in Lüdenscheid Probleme aufgrund verdorbenen Essens aufgetreten wären. „In der Praxis ist kein Fall bekannt. Das läuft bei unseren Tagesmüttern gut.“

Sorge hat Scharwächter in anderer Hinsicht. „Wir können nur warnen, so zu tun, als wären Tagesmütter Großküchenbetreiber.“ Das könne letztlich mögliche Kandidatinnen verschrecken oder aktive Tagesmütter so weit verärgern, dass sie die Tätigkeit aufgeben – und das sei das Letzte, woran der Stadt gelegen sein könnte.

Und es gebe auch eine pädagogische Fragestellung, gibt Hermann Scharwächter zu bedenken: Es sei sinnvoller, das Kind bei der Zubereitung des Essens zu beteiligen als es aus der Küche fernzuhalten. „Die Hürde für Tagesmütter“, warnt er, „darf nicht zu hoch werden.“

Florian Hesse

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Kommentare
10.02.2012
15:32
Hygiene Standards
von KFR001 | #1

solange verheerende Zustände in Gross-Bäckereien ( Bayern Müller NachFolger ) geduldet werden und möglichst unter der Decke, aus dem Blick der Öffentlichkeit gehalten werden, gibt es wirklich Wichtigeres;
es sei denn diese Standards für Betreuung und Qualifizierung sind ein Testlauf für geplante EU-Vorschriften für "alle Familien", "jede Küche "; was ich doch nicht vermuten und befürchten möchte ?

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