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Ehec

Mutter (46) und vierjähriger Sohn aus Lüdenscheid mit Ehec infiziert

27.05.2011 | 17:42 Uhr
Mutter (46) und vierjähriger Sohn aus Lüdenscheid mit Ehec infiziert
Symbolfoto: imago

Märkischer Kreis.Zwei neue Ehec-Fälle aus Lüdenscheid werden gemeldet. Dabei handelt es sich nach Angaben der Pressestelle des Märkischen Kreises um eine 46 Jahre alte Mutter und ihren vierjährigen Sohn. Beide waren in Norddeutschland, sind aber nicht akut erkrankt.

Eine 46 Jahre alte Mutter und ihr vierjähriger Sohn aus Lüdenscheid sind von Ehec betroffen. „Die Erkrankung wurde schon dort diagnostiziert und behandelt“, erklärt Magdalena Knipp, Fachdienstleiterin Gesundheitsschutz und Umweltmedizin beim Märkischen Kreis. Eine stationäre Unterbringung in einem Krankenhaus sei nicht erforderlich gewesen. Mutter und Sohn hätten unter keiner akuten Infektion gelitten.

Eine 61-jährige Frau aus Iserlohn ist möglicherweise auch an der gefährlichen Darmerkrankung erkrankt, die durch das Ehec-Bakterium ausgelöst wird. „Bestätigt ist das noch nicht, sie wurde aber vorsorglich ins Marienhospital eingeliefert“, berichtet Magdalena Knipp. Sicher sei bisher nur: Die 61-Jährige hielt sich ebenfalls in Norddeutschland auf und könnte sich dort angesteckt haben.

Klinikum Hellersen hat Isolationsstation vorbereitet

 Bereits am Mittwoch war der Verdacht auf die Infektion bei einem 59-Jährigen, der im Klinikum Lüdenscheid-Hellersen behandelt wird, bestätigt worden. Die Abteilungen Hygiene und Infektion seien bei der Aufnahme und Versorgung von betroffenen Patienten ebenso eingebunden wie die Nephrologie, wenn etwa bei Infizierten Nierenversagen drohe, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Rolf Larisch. Die Intensivstation stehe für eine Isolation zur Verfügung. Von der Schwere her rangieren die Ehec-Infektionen für Larisch auf dem Niveau der Schweinegrippe.

 

Krankenhäuser, nicht nur in Norddeutschland, sind auf alle Fälle vorbereitet. Foto: Philipp Guelland/dapd

In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der dem Gesundheitsministerium gemeldeten EHEC-Erkrankungen auf mittlerweile 84 Menschen erhöht. Die Zahl der von Laboren gemeldeten EHEC-Fälle beträgt 48, davon sind 15 Personen schwer erkrankt an HUS (hämolytisch urämisches Syndrom). Die mit dem EHEC-Bakterium infizierten Erkrankten klagen zumeist über Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und wässerige Durchfälle. Bei schwerem Verlauf können blutige Durchfälle auftreten und die Nierenfunktion kann geschädigt werden bis hin zum Nierenversagen. Gesundheitsexperten raten deshalb noch einmal dringend dazu, die allgemeinen Hygienegrundsätze strikt einzuhalten.

Landwirte beunruhigen leichtfertige Spekulationen

Landwirte und Biobauern wehren sich gegen vermehrte Spekulationen, sie würden Gülle auf Salatköpfe ausbringen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Die Landwirte im Märkischen Sauerland seien nicht nur wegen der Erkrankungsgefahr beunruhigt, sondern auch über „leichtfertige Spekulationen über Zusammenhänge landwirtschaftlicher Wirtschaftsweise und den gefährlichen Darmerkrankungen“, stellt Günter Buttighoffer fest, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes aus Wiblingwerde.

Er weist mögliche Anschuldigungen zurück: „Gülle als Wirtschaftsdünger wird bei der Feldbestellung im Frühling vor der Saat auf die Erde ausgebracht, und nicht etwa auf die Salatköpfe oder die fast reifen Erdbeeren.“ Dass Rohmilch vor dem Verzehr abgekocht werden müsse, stehe bei jedem Bauernhof, der Milch direkt verkauft, auf einem großen Schild neben dem Milchtank. Buttighoffer sieht die Gefahren derzeit nicht im bäuerlichen Einflussbereich. „Das befreit die Verbraucher aber nicht von einem sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln.“

 

Volker Lübke, Eberhard Demtröder

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