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Meinerzhagenerin will...

„Models – manchmal nur Kleiderständer”

13.07.2009 | 19:28 Uhr

Märkischer Kreis. Eine Gratwanderung zwischen Magersucht und Glamour, ein Job wie jeder andere, Models als Kleiderständer, leicht verdientes Geld, Frischfleischbeschauung, Traumberuf oder Ausbeutung junger Mädchen.

Die Meinungen zum Beruf Model gehen weit auseinander, insbesondere dann, wenn dafür auch noch gecastet wird.

Martina Lee scheint nicht nur ihren Traumberuf, sondern auch den Einstieg in die große Szene geschafft zu haben. Die 24-jährige Meinerzhagenerin wurde jetzt in Dortmund zur „Miss Universe Germany 2009” gekürt. Richtig gelesen: Martina vertritt Deutschland am 3. August bei einem der renommiertesten Schönheitswettbewerbe der Welt, der 58. Miss-Universe-Wahl. Was sie auf den Bahamas, wo der Contest diesmal ausgetragen wird, erwartet, weiß die 24-Jährige noch nicht genau: „Fernseh-Interviews, Laufsteg und tägliches Training”, soviel steht fest.

Kim-Lea Latt schnupperte bereits Model-Luft. Beim Casting zu Heidi Klumms Germanys Next Topmodel, landete sie in Düsseldorf unter den Top 40. Der Blick hinter die Kulissen ernüchterte.

»Beim Casting ging es

nur um die Show«

„Erschreckend fand ich die ganzen Kameras und die Interviews, die ich andauernd geben musste”, erinnert sich die 18-jährige Altenarin. Im Hinterkopf weiß Kim-Lea: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Models einfach nur Kleiderständer sind.” Und manchmal wurden die Mädchen auch so behandelt: Denn die meiste Zeit, sagt Kim-Lea, hätte aus Warten bestanden. „Über drei Stunden saßen wir in unseren Bikins da und warteten darauf, dass wir dran kamen.”

Klischees fand Kim-Lea nur wenig bestätigt. „Ich glaube zum Beispiel nicht, dass nur blonde und blauäugige Mädchen eine Chance haben.” Sie merkte beim Casting aber auch, dass es vor allem darum geht, eine Show zu produzieren. „Manche Mädchen wurden nach ihren Hobbys gefragt. Eine Teilnehmerin musste singen, eine andere sogar einen Bauchtanz vorführen.”

Kim-Lea vermutet, dass dadurch auch die Persönlichkeit abgefragt wurde. „Es geht nicht darum, Standards zu suchen, sondern Models mit einem eigenen Typ zu entdecken.”

»Die Chance bekommtman nicht jeden Tag«

Aber auch nach dem Casting ist sich Kim-Lea sicher: „Ich will mein Ziel auf jeden Fall weiter verfolgen.” Denn vor allem das Reisen würde der jungen Frau an dem Beruf gefallen. Deswegen bewarb sie sich bereits bei mehreren Agenturen.

Marie Eicker, 15 Jahre alt, kommt aus Halver und hatte schon ein paar Mal das Vergnügen modeln zu dürfen. Sie meldete sich auf eine Zeitungs-Annonce und wurde eingeladen. Marie hat für das Modehaus C&A sowie für Kartstadt gemodelt. wie sie sich dabei gefühlt hat? „Es war echt cool und hat richtig Spaß gemacht”, antwortet sie. Ihr Eindruck von der Szene war ein ganz anderer als im Fernsehen oft dargestellt wird. „Es waren keine Magermodels, sondern alles normalgewichtige Mädchen und Frauen, die an der Show teilgenommen haben", erzählt Marie. Sie würde es auf jeden Fall noch einmal machen, da man dort viele neue Leute kennenlernen und viele Erfahrungen sammeln könne. Marie: „Und man bekommt ja nicht jeden Tag die Chance, zu modeln.”

Katharina Gläser, Volker Lübke, Stefanie Sachse

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