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Fachkräftemangel

MK, EN und Hagen üben Schulterschluss – 50 Millionen Euro für Förderprogramme

10.02.2012 | 19:22 Uhr
MK, EN und Hagen üben Schulterschluss – 50 Millionen Euro für Förderprogramme
v.l.: Wolfgang Heiliger, Gerhard Koplin, Thomas Gemke, Erik O. Schulz, Jörg Dehm und Uwe Tietz

Hagen.Gemeinsam wollen die Stadt Hagen, der Ennepe-Ruhr-Kreis und der Märkische Kreis dem drohenden Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken. Mit zahlreichen Programmen und Initiativen sollen zusätzliche Potenziale gehoben werden.

Denn eines hat die Region gemeinsam: Sowohl der Einwohnerschwund als auch die im Landesvergleich große Zahl von Menschen, die keine Berufsausbildung genossen haben und die die Schule abbrechen, lassen die Verantwortlichen bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach Fachkräften aufhorchen.

Die alarmierenden Zahlen bereiten aber nicht nur den Politikern Sorgen, die darin einen negativen Standortfaktor für die Wirtschaft sehen. Mit im Boot unter der Regie der Agentur Mark, bei der sich gestern erstmals die so genannte Lenkungsgruppe traf, sind auch Arbeitsagenturen, Jobcenter, die Gewerkschaften, die Arbeitgeber, die Kammern und nicht zuletzt das Arbeitsministerium, das entsprechende Förderprogramme mit EU-Mitteln finanziert. „50 Millionen Euro stehen bis 2015 dafür zur Verfügung. Wir haben bereits zwei Projektanträge aus der Region auf dem Tisch, die sehr schlüssig und lohnenswert sind“, so Ministeriumsmitarbeiter Wolfgang Heiliger.

Anstrengungen sollen intensiviert werden

„Es ist wichtig und richtig, dass wir hier unsere Kräfte bündeln“, ist Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm überzeugt vom übergreifenden Konzept, das Ausbildung

Hintergrund
Regionale Probleme

Während die Bevölkerung in NRW von 1990 bis 2010 um drei Prozent wächst, schrumpft sie in der Märkischen Region um fünf Prozent.

Bis 2030 wird das Potenzial der Erwerbspersonen (15 bis 65 Jahre) in der Märkischen Region mit knapp 22 Prozent fast doppelt so stark schrumpfen wie im Land.

Der Beschäftigungsanteil älterer Beschäftiger (über 55 Jahre) ist in der märkischen Region besonders hoch. Das altersbedingte Ausscheiden größerer Zahlen von Beschäftigten erhöht den Handlungsdruck bei der Nachwuchs-gewinnung.

Die Frauenanteile bei Teilzeit- und 400-Euro-Jobs sind mit 85 beziehungsweise 68 Prozent besonders hoch.

20 Prozent der Beschäftigten in der Region arbeiten ausschließlich in geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen. Quelle: agenturmark

und Weiterbildung in den Vordergrund stellt. Immerhin 25 000 Menschen in der Region haben keine Ausbildung, jeder zweite Arbeitslose ist ungelernt. Gerhard Kopplin von der Arbeitsagentur machte deutlich, dass bereits gegengesteuert wird, nur müssten Schulen, Ämter und nicht zuletzt die Unternehmen noch intensiver mitziehen. „Wir fördern das Nachholen von Berufsabschlüssen oder legen Sonderprogramme auf, mit denen sich Arbeitnehmer weiterqualifizieren können.“ Ein entsprechendes Vorzeigeprojekt werde sich Arbeitsminister Guntram Schneider in der kommenden Woche in Hagen bei den Deutschen Edelstahlwerken persönlich anschauen.

Erik O. Schulz, Geschäftsführer der Agentur Mark, appellierte daher noch einmal an alle Wirtschaftsunternehmen, sich dem Schulterschluss anzuschließen. „Wir beraten gerne, denn immerhin werden Projekte zur Sicherung von Fachkräften bis zu 50 Prozent gefördert.“

Gefördert werden soll auch die Frauenerwerbsquote. „Auch hier hinken wir gegenüber anderen Regionen noch hinterher. Wir müssen mehr Frauen durch Qualifizierung in Beschäftigung bringen“, sieht Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises, einen weiteren Schwerpunkt.

Andreas Reitmajer

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